Angesichts der Zuspitzung der Gewalt in Ägypten hat Präsident Mohammad Mursi seinen Ministerpräsident Hesham Qandil Ägyptens aus schweizerischem Davos, der sich dort zur Teilnahme am jährlichen Weltwirtschaftsforum aufgehalten hat, zurückgerufen, berichtete der lokale Internetportal „Masravi“.
Laut der anderen Quelle – „Al-Ahram“ – berief Mursi eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Verteidigungsrates. Auf der Tagesordnung stehen die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten am Freitag sowie die Situation in Port Said.In Port Said starben bei Ausschreitungen mindestens 30 Menschen bei Protesten gegen 21 Todesurteile für Fußballfans. Mindestens 300 weitere wurden verletzt. Im Vorjahr war es nach einem Spiel zu Krawallen und einer Massenpanik gekommen, insgesamt 90 Menschen starben. Die ersten der dafür Verantwortlichen wurden nun verurteilt, in ihrer Heimatstadt reagierten die Menschen empört.Die Ausschreitungen haben auch einen politischen Hintergrund: Die Opfer des Fußballmassakers gelten als „Märtyrer der Revolution“: Viele waren Anhänger des Kairoer Vereins al-Ahli - und damit die Speerspitze der Proteste gegen Ex-Präsident Hosni Mubarak.