3 Juni 2014 - 04:51
Mit dem Westen alliierte syrische Opposition sympathisiert mit iranischen Terroristen der sog. Volksmudschahedin (MKO)

Ahmad Jarba, der "Präsident der Nationalen Koalition der revolutionären und oppositionellen Kräfte Syriens", hat sich am 23. Mai in Paris mit Maryam Rajavi, der Anführerin der dort residierenden "Volksmudschahedin" getroffen. Das berichtet die deutsche Ausgabe der amerikanischen Internetzeitung "Huffington Post".

Es sei ein informelles Treffen gewesen, bei dem man sich gegenseitiger Solidarität und der Notwendigkeit einer "Koalition der Vernunft" versichtert habe, heißt es in dem Bericht.

Bei der "Nationalen Koalition der revolutionären und oppositionellen Kräfte Syriens" handelt es sich um die wichtigste Gruppierung von Gegnern Präsident Assads. Sie ist Mitglied des Syrischen Nationalrats und wird im wesentlichen vom Westen und Saudi-Arabien protegiert. Ihr Präsident Ahmad Jarba ist mit Saudi-Arabien auch verwandtschaftlich verbunden.

In den vergangenen Wochen hat Jarba in den USA, Großbritannien und Frankreich kräftig die Werbetrommel für Waffenlieferungen an die mit der Koalition verbündeten "moderaten" syrischen Kampfverbände gerührt, berichtet heute die "Junge Welt". In Washington traf er deswegen mit US-Präsident Barack Obama und Außenminister John Kerry, mit Sicherheitsberaterin Susan Rice und einflußreichen Senatoren zusammen. Dem Verteidigungsausschuß des Senats übergab er eine Wunschliste moderner Waffensysteme, den die USA offenbar erfüllen wollen. Der Verteidigungsausschuß des US-Senats hat einen entsprechenden Zusatzantrag zum Pentagon-Haushalt 2015 verabschiedet, dem nur noch der Senat zustimmen muss. Diese von Präsident Obama hoch gelobte neue "Partnerschaft im Krieg gegen den Terror" (mit einem veranschlagten Budget von 3,7 Milliarden Euro) gilt also einem Verbündeten, der seinerseits mit einer "Exilopposition" sympathisiert, die noch vor wenigen Jahren auf der Terrorliste der USA und der EU stand und dort nach Meinung vieler Experten sowie der iranischen Bevölkerungsmehrheit auch weiterhin hingehört.

Dass die in Deutschland als Volksmudschahedin bekannte iranische Gruppierung (Modschahedin-e Chalgh, meistens abgekürzt als MKO) von den Terrorlisten gestrichen wurden, ist dem amerikanischen bzw. westlichen Interesse an einem "Regime Change" im Iran und in Syrien zu verdanken, wobei die Volksmudschahedin als nützliche Helfer fungieren sollen. Diesen wiederum ist es mit professioneller Lobbyarbeit und enormen finanziellen Mitteln unklarer Herkunft gelungen, prominente amerikanische und europäische - auch deutsche - Politiker für sich zu gewinnen und in den Medien Fuß zu fassen. So überläßt die "Huffington Post" in ihrer deutschen Ausgabe die Iran-Berichterstattung der Einfachheit halber direkt dem Deutschlandsprecher des "Nationalen Widerstandsrats Irans" (NWRI), einer Tarnorganisation der Volksmudschahedin.