25 Dezember 2013 - 20:30
Muslimbruderschaft weist Einstufung als Terrororganisation zurück

Die Muslimbruderschaft in Ägypten will ungeachtet der jüngsten Regierungsentscheidungen weiter für die Rückkehr von Ex-Präsident Mursi ins Präsidentschaftsamt kämpfen.

Die Muslimbruderschaft in Ägypten will ungeachtet der jüngsten Regierungsentscheidungen weiter für die Rückkehr von Ex-Präsident Mursi ins Präsidentschaftsamt kämpfen. Einer ihrer ranghohen Vertreter sagte in seinem Exil in London, der Protest gegen die vom Militär eingesetzte Regierung werde fortgesetzt. Die ab heute geltende Einstufung der Muslimbruderschaft als Terrororganisation bezeichnete er als "ungültig". Mit der Entscheidung der ägyptischen Übergangsregierung sind nun sämtliche Aktivitäten der Bewegung von Ex-Präsident Mursi untersagt. Der Minister für Höhere Bildung, Hossam Issa, erklärte am Mittwoch im staatlichen ägyptischen Fernsehen im Anschluss an eine Sitzung des Kabinetts, dass die Regierung die Muslimbruderschaft als Terrororganisation eingestuft habe. Issa zufolge hat die Regierung die Terror-Einstufung mit dem Bombenanschlag in Al-Mansura begründet, bei dem in der Nacht zum Dienstag 16 Menschen getötet worden waren. Zum Anschlag in Al-Mansura hatte sich allerdings nur wenige Stunden vor der Kabinettssitzung die Al-Kaida-nahe Gruppe Ansar Beit al-Makdis bekannt. Die Organisation war bislang auf dem Sinai und in der Suezkanal-Region aktiv. Die Muslimbruderschaft hatte den Anschlag bereits am Dienstag mit scharfen Worten verurteilt. Ein Gericht in Kairo hatte die Bruderschaft bereits im September für illegal erklärt und die Einziehung ihres Vermögens verfügt. Das Urteil war im Vormonat von einem Berufungsgericht bestätigt worden.