2 September 2013 - 19:30
Hunderte demonstrierten in Freiburg und Berlin gegen Militärschlag in Syrien

Am Montag fand in Freiburg eine Demonstration gegen eine militärische Intervention in Syrien und Krieg im Allgemeinen statt, mit einem Tag Verzögerung zum Antikriegstag.

Über 100 Menschen versammelten sich gestern beim Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Rotteckring. Sie erinnerten an den Beginn des 2. Weltkrieges mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 und warnten vor neuen Kriegen – aktuell vor einem Krieg in Syrien. Ein möglicherweise drohender Krieg in Syrien war das beherrschende Thema, sowohl in den Reden, als auch auf Transparenten und Plakaten – von "Kein Angriff auf Syrien" bis "Darf der Giftgas-Einsatz folgenlos bleiben?".  Uta Pfefferle vom Freiburger Friedensforum sagte, es sei noch unklar, wer die Explosion von Giftgasmunition in Syrien zu verantworten habe. Ein Krieg in Syrien aber könne über kurz oder lang zu einem 3. Weltkrieg führen. Sie forderte Politiker aller Parteien auf, sich unmissverständlich gegen alle Kriegshandlungen und Kriegsvorbereitungen zu stellen. Bernd Wagner vom Deutschen Gewerkschaftsbund sagte, die Situation in Syrien sei katastrophal, aber nach allen Erfahrungen, zum Beispiel im Irak, werde ein Eingreifen westlicher Staaten alles noch schlimmer machen. "Es kann ein überregionaler Flächenbrand entstehen, der nicht mehr zu kontrollieren ist", so Wagner.  In Berlin demonstrierten zum Weltfriedenstag mehrere hundert Menschen gegen eine mögliche Militärintervention in Syrien. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin forderten die Demonstranten am Sonntag eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts. An der Demonstration nahmen neben Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International auch ein breites Spektrum an Parteien, Kirchenverbänden und Gewerkschaften teil.  Die Demonstranten trugen syrische Nationalfahnen und Plakate mit der Aufschrift "Stop killing, start talking". Neben dem "Nein zum Krieg gegen Syrien" richtete sich der Protest auch gegen Rüstungsexporte.  Organisiert wurde die Demonstration unter anderem vom Berliner Landesverband der Linken. Der Landesverband erklärte, jedes militärische Eingreifen in Syrien erhöhe die Gefahr eines "völlig unkontrollierbaren Flächenbrandes". Der drohende Angriff einer US-geführten Koalition rette keine Menschenleben, sondern bringe dem Land noch mehr Leid, Tod und Zerstörung.