Dschoma al-Atwani, Mitglied der Irakischen Nationalallianz sagte am Freitag im Gespräch mit dem Nachrichtensender al-Alam, dass dieses Vorgehen Ankara Probleme bereiten werde. Er fügte hinzu: „Recep Tayyip Erdoğan weigert sich, Haschemi an den Irak auszuliefern, während die irakische Justitz ihn wegen der Beteiligung an terroristischen Aktionen zum Tode verurteilt hat“. Al-Atwani forderte eine Überprüfung der Handelsabkommen zwischen Bagdad und Ankara, die jährlich 10 Millionen Dollar betragen. Er hob außerdem hervor, falls Haschemi dem Irak ausgeliefert werde, werde die Mitbeteiligung der Türkei, Saudi-Arabiens und Katars bei der Tötung der Iraker ans Tageslicht kommen.
"Hadi Dschelumari", der Leiter des Zentrums für Medienfreiheit sagte in einem Interview mit al-Alam: „Die Türkei koaliert mit Saudi-Arabien und Katar und will mit dem Fall al-Haschemi die Koalition von Irak, Iran, Libanon und Syrien unter Druck setzen“.
Tariq al-Haschemi ist nach dem Hafturteil der irakischen Justitz Anfang 2012 in die Türkei geflohen. Recep Tayyip Erdoğan, der türkische Premierminister erklärte gestern, dass Ankara ihn keinesfalls an Bagdad ausliefern werde und er dürfe solange er wolle in der Türkei bleiben.