19 April 2012 - 19:30

Nach dem Moskau-Besuch von Vertretern des oppositionellen syrischen Nationalen Koordinationskomitees für demokratischen Wandel entsendet nur die oppositionelle Front für Wandel und Befreiung seine Unterhändler in die russische Hauptstadt.

"Nächste Woche erwarten wir Vertreter der Nationalen Front für Wandel und Befreiung“,  teilte der russische Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch am Freitag mit. Des Weiteren würden auch andere Delegationen und Politiker, darunter auch Mitglieder des Syrischen Nationalrats Moskau-Reisen planen.

Lukaschewitsch bezeichnete den Waffenstillstand in Syrien als einen großen Erfolg. Dem Sprecher zufolge unterhält Russland einen ständigen Dialog mit allen Konfliktparteien einschließlich verschiedener Oppositionsgruppen. Derartige Gespräche würden nicht nur in Moskau, sondern auch in Damaskus und in europäischen Städten zustande kommen.

Diese Woche hatten bereits Vertreter des oppositionellen syrischen Nationalen Koordinationskomitees, das gemeinsam mit dem Syrischen Nationalrat die beiden Hauptfraktionen der syrischen Opposition bildet, in Moskau über die Situation in ihrem Land nach Ausrufung der Waffenruhe beraten.

Vergangene Woche hatte der syrische Außenminister Walid Muallem Moskau besucht und bekannt gegeben, dass die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad bereits mit der Umsetzung des Friedensplans von Kofi Annan begonnen habe. Der frühere UN-Generalsekretär Annan hatte im Auftrag der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga einen Friedensplan für Syrien konzipiert, der eine Beendigung der Gewalt, den Abzug der Regierungstruppen aus den Städten, einen Dialog zwischen Regierung und Opposition sowie einen freien Zugang für Hilfsgüter vorsieht.

In Syrien dauern seit mehr als einem Jahr gewaltsame Proteste gegen die Regierung von Präsident Assad an. Laut den jüngsten UN-Angaben sind dabei bereits rund 9000 Menschen getötet worden. Beide Konfliktparteien riefen in der vergangenen Woche einen Waffenstillstand aus. Der Waffenstillstand soll von den Vereinten Nationen überwacht werden. Eine erste Gruppe der UN-Beobachter ist am Montag in Damaskus eingetroffen.

Schon nach Beginn der Waffenruhe sprengten Extremisten nach Behördenanhaben im westsyrischen Aleppo einen Militärbus in die Luft. Dabei wurde in Soldat getötet, 24 weitere erlitten Verletzungen. Menschenrechtler beschuldigten ihrerseits die Regierungstruppen, bei einem Beschuss mehrere Zivilisten getötet zu haben.