Der irakische Vizeaußenminister Mohammad
Dschavad al-Dorki hat am Montag bei einem Treffen mit dem einberufenen
türkischen Botschafter in Bagdad Yunus Demir die türkische Regierung
aufgefordert, ihre Intervenierungen bezüglich der politischen Krise in
Irak und den irakischen Angelegenheiten überhaupt, zu vermeiden, da dies
nur die bilateralen Beziehungen trüben werde.
Yunus Demir erwiderte,
die türkischen Funktionsträger würden nur aus Wohlwollen über die
politische Lage in Irak sprechen und hätten nicht vor, sich in die
internen Angelegenheiten dieses Landes einzumischen.
Der türkische
Ministerpräsident Reccep Tayyip Erdogan hat vor einigen Tagen
hinsichtlich der krisenhaften politischen Lage Iraks gewarnt und gesagt,
Irak trage in der momentanen Lage eine große historische Verantwortung.
Die jetzige Krise könne sich auf alle islamischen Länder ausdehnen.
Die
Beziehungen zwischen Irak und der Türkei sind wegen der Stellungnahme
der Türkei bezüglich der Festnahme des irakischen Vizepräsidenten Tariq
Haschemi wegen seiner Verwicklung in terroristische Angriffe und
Bombenanschläge in diesem Land angespannt.
Die türkischen
Verantwortlichen haben bekannt gegeben, die momentane Krise in Irak
könne zur Verschärfung der Aggressionen und ethnischen
Auseinandersetzungen im Irak führen.
Der irakische Ministerpräsident
Nuri Al Maleki hat am Montag die Äußerungen von Erdogan kritisiert und
gesagt, Länder, die sich in die internen Angelegenheiten anderer Länder
einmischen, müssten damit rechnen, dass andere Länder sich auch in ihre
Angelegenheiten einmischen.
16 Januar 2012 - 20:30
News ID: 291192
Das irakische Außenministerium hat aus Protest gegen die Intervenierungen der türkischen Verantwortungsträger bei der politischen Krise in Irak den Botschafter dieses Landes in Bagdad einbestellt.