Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat
„sehr irritiert“ auf den Freispruch des niederländischen
Rechtspopulisten Geert Wilders reagiert. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek, diese Entscheidung werfe kein gutes
Licht auf die holländische Justiz.
Wilders, der sich wegen seiner extrem rassistischen Äußerungen zu
Muslimen verantworten musste, wäre nach Auffassung von Mazyek vor einem
deutschen Gericht wegen Rassismus und Volksverhetzung verurteilt worden.
„Hierzulande wäre er damit nicht durchgekommen“, sagte Mazyek.
Nach Ansicht des ZMD hat Wilders zu einer Klimaverschlechterung in der
Gesellschaft entscheidend beigetragen. Dies habe den Nährboden für die
Diffamierung von Minderheiten bereitet. Sogar aus Islamhass verursachte
Morde, wie das Beispiel der in Dresden getöteten Ägypterin Marwa
El-Sherbini zeige, seien die Folge. „Das hätte der Richter erkennen
müssen. Seine Entscheidung wird die Hemmschwelle derer, die Übergriffe
auf Muslime planen und ausüben, nun sinken lassen“, warnte Mazyek vor
weiteren Angriffen gegen Andersdenkenden und Andersaussehenden im Namen
der Meinungsäußerung.
2 Juli 2011 - 19:30
News ID: 251125
Zentralrat kritisiert Freispruch von Wilders in den Niederlanden