15 Mai 2011 - 19:30

Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei vor der israelischen Botschaft in Kairo sind nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums 353 Menschen verletzt worden. Zehn Menschen müssen in Krankenhäusern behandelt werden.

Die Demonstranten verlangen den Abbruch der ägyptisch-israelischen Beziehungen, die Ausweisung des israelischen Botschafters und die Freilassung aller palästinensischen Gefangenen. Am Sonntag sperrten die Demonstranten die Straßen zur israelischen Botschaft und wollten diese angreifen. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke gegen die Protestierenden ein.
Zu den Zusammenstößen kam es nach dem Besuch von Amos Gilad, einem ranghohen Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums, in Kairo. Es war der erste Besuch eines israelischen Spitzenpolitikers in Ägypten seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak im Februar. Außerdem beging Israel am vergangenen Wochenende den Jahrestag der Staatsgründung vor 63 Jahren.
Ägypten war der erste arabische Staat, der – im Jahr 1979 - mit Israel Frieden geschlossen und diplomatische Beziehungen aufgenommen hatte. Doch die ohnehin schon sehr starken anti-israelischen Stimmungen in der ägyptischen Gesellschaft haben sich nach dem Sturz des Präsidenten Mubarak im Januar noch weiter zugespitzt.