Beide Seiten sollten miteinander für
Verbesserungen bei der Integration von Muslimen arbeiten, sagte de
Maizière laut dpa am Mittwoch vor einem Treffen mit Imamen in Bonn.
«Imame tragen große Verantwortung für gelingende Integration.» Sie
hätten eine wichtige Aufgabe beim «Brückenbauen» zwischen Moscheen und
Öffentlichkeit.
Mit Blick auf die aktuellen Sicherheitsvorkehrungen
im Zuge der Terrorwarnungen in Deutschland bekräftigte der deutsche
Innenminister, diese Vorkehrungen hätten nichts mit unserem Verhältnis
zum Islam zu tun. Dies dürfe auch kein Anlass für Islamphobie sein. Es
müsse zwischen den hier friedlich lebenden Muslimen auf der einen Seite
und Extremisten oder Terroristen auf der anderen Seite unterschieden
werden. «Das muss scharf abgegrenzt werden.»
Der Innenminister
verurteilte aber auch Attacken gegen Moscheen «aufs Schärfste»:
«Brandanschläge und Schmierereien an Moscheen gehören sich nicht in
unserer Gesellschaft.» Ein Vertreter der Imame sagte, dass es unter
Muslimen auch Sorgen gebe, zum Beispiel Anschläge auf Moscheen. In
Deutschland sei die Stimmung gegenüber dem Islam insgesamt negativer
als in Nachbarländern.
Dieses erste Gespräch mit Imamen sei ein
«Erfahrungsaustausch», sagte de Maizière. Die eingeladenen Islamlehrer
gehörten verschiedenen islamischen Organisationen an, die auch Teil der
Deutschen Islamkonferenz (DIK) sind. In Deutschland gibt es etwa 2000
Imame.
8 Dezember 2010 - 20:30
News ID: 216369
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die islamischen Vorbeter in Deutschland zur Kooperation aufgerufen.