Sein Buch Deutschland schafft sich ab
(Deutsche Verlagsanstalt) erscheint zwar erst am Montag, Sarrazins
Thesen über Muslime (hauptsächlich anpassungsunwillig, bringen mehr
Kosten als Nutzen, unterwandern die deutsche Gesellschaft) sorgen
jedoch schon jetzt für Aufregung. Ein "perfides, vergiftetes Spiel mit
Ängsten und Vorurteilen" nennt es Nahles.
Entsetzt ist auch der
Zentralrat der Juden in Deutschland, er fordert Sarrazin auf, zur
rechtsextremen NPD zu wechseln. Zwar seien Sarrazins "rassistische
Hasstiraden" nicht neu, erklärt der Generalsekretär des Zentralrats,
Stephan Kramer. Dennoch: "Ich würde Herrn Sarrazin den Eintritt in die
NPD empfehlen, das macht die Gefechtslage wenigstens klarer und befreit
die SPD."
In der NPD ist man ohnehin sehr von Sarrazins Buch
angetan. "Thilo Sarrazin schreibt ein regelrechtes NPD-Buch. Mit seiner
Kernaussage 'Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land
werden' vertritt Sarrazin eine jahrzehntealte, lupenreine
NPD-Position", lobt der sächsische NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel.
26 August 2010 - 19:30
News ID: 201216
Mit der anfänglichen Zurückhaltung ist es in der SPD endgültig vorbei. Thilo Sarrazin sei ein "unterbeschäftigter Bundesbanker mit ausgeprägter Profilneurose", der den Namen der SPD missbrauche, schimpft SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles über den Genossen Sarrazin, der von 2002 bis 2009 Berliner Finanzsenator war.