Der erste Besuch des amerikanischen Außenministers John Kerry in Ägypten wird von Protesten und Boykottaufrufen überschattet.
Gegner der Führung unter Präsident Mohammed Mursi riefen für heute Samstag zu Protestkundgebungen auf. Sie werfen der amerikanischen Regierung vor, sie unterstütze die regierenden Muslimbrüder, obwohl diese die Spielregeln der Demokratie nicht beachteten. Vor dem Außenministerium und der amerikanischen Botschaft in Kairo sind Demonstrationen geplant. Zwei einflussreiche Oppositionsführer – der ehemalige Präsidentschaftskandidat Hamdien Sabahi und der Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei – lehnten laut Medienberichten ein Treffen mit Kerry ab. Der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga Amr Mussa, der wie die beiden anderen Oppositionellen auch der Nationalen Rettungsfront angehört, sagte dagegen im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Al-Ahram, er wolle mit Kerry sprechen. Zu den offiziellen Terminen des US-Außenministers, die am späten Nachmittag beginnen sollten, gehört unter anderem ein Gespräch mit Präsident Mursi. Nach seinem Besuch in Ägypten will Kerry mehrere arabische Anrainerstaaten des Persischen Golfes besuchen. Bei seinen Gesprächen mit arabischen Politikern soll es auch um den Koflikten in Syrien gehen.