Julia Hurnaus war am Freitag von der Polizei auf dem Flughafen Ben Gurion abgefangen worden, weil sie auf dem Weg in die Palästinensergebiete war. Die Wiener Studentin berichtete der APA von Misshandlungen durch israelische Sicherheitskräfte.Hurnaus, die den pro-palästinensischen "Flytilla"-Protesten zugerechnet wird, wollte in den Palästinensergebieten an einer Aktionswoche gegen den Mauerbau und die Besatzung teilnehmen. Sie gehörte zu jenen mehr als 120 pro-palästinensischen Aktivisten, die nach einem Einreiseversuch auf dem Luftweg in Israel festgenommen wurden. Sie war in einem Anhaltelager in Ramla bei Tel Aviv festgehalten worden und wurde von Mitarbeitern der österreichischen Botschaft betreut."Es sind Leute verletzt worden, es sind Leute ohne Grund ins Gesicht geschlagen worden", sagte die 25-Jährige gegenüber der APA am Dienstagabend am Flughafen Wien-Schwechat. In Tel Aviv sei es zu Übergriffen der Behörden gekommen, so Hurnaus. "Es war alles total aggressiv, wir wurden schlecht behandelt." Sie und andere Aktivisten seien "ohne Grund" bei ihrer Ankunft in Israel festgesetzt und die folgenden Tage festgehalten worden. Die inhaftierten Personen seien "permanent angeschrien" worden und man habe ihnen die Kommunikation mit der Außenwelt verweigert.Rund zwei Dutzend Personen seien beim Transport vom Flughafen zu ihrem Haftort drei Stunden lang in einem heißen Gefängnisbus eingeschlossen gewesen, ohne mit Wasser versorgt zu werden. Aktivisten mit medizinischen Problemen wurde laut Hurnaus die Behandlung verweigert.Die Proteste der sogenannten "Flytilla" folgten dem durch die griechischen Behörden verhinderten Start der Gaza-Flotille von Schiffen, die auf dem Seeweg die israelische Blockade des palästinensischen Gaza-Streifens durchbrechen wollen. Die "Flytilla"-Aktivisten versuchten stattdessen, auf dem Luftweg einzureisen."Es war eine vollkommen friedliche Aktion - es ist darum gegangen, dass man nach Palästina reist, weil wir das Recht dazu haben", sagte Hurnaus. Es sei nicht darum gegangen, die israelischen Behörden zu provozieren oder "irgendwelche Blockaden" zu durchbrechen, sondern Flüchtlingslager im Westjordanland zu besuchen. "Es wäre viel gescheiter gewesen, sie hätten uns einfach durchgelassen, dann hätte es keinen Rummel gegeben", sagte Hurnaus.
13 Juli 2011 - 19:30
News ID: 253427
Jene 25-jährige pro-palästinensische Aktivistin aus Österreich, die tagelang nahe Tel Aviv festgehalten worden war, ist am Dienstag nach Wien zurückgekehrt.