Die Reue wegen der schrecklichen, versuchten Tat kam
zwar zu spät vor dem hiesigen Gericht, gegenüber Gott ist sie aber –
solange man lebt – nie zu spät. Das und anderes haben drei der vier
Angeklagten des sogenannten Sauerland-Prozesses vor dem
Oberlandesgericht Düsseldorf wohl im Kopfe gehabt, als sie die
Gelegenheit für ein Schlusswort nutzten und sich vom Terrorismus
lossagten.
Auch kommt ihr Eingeständnis, dass sie mit ihrem Handeln den Islam
geschadet haben, zu spät - eine Entschuldigung gegenüber den Muslimen
wäre ebenso angebracht. Nicht zu spät ist es aber für die deutsche
Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit diese Erklärung der Angeklagten
weiter zu verbreiten, was bisher leider ausblieb.
Attila Selek bezeichnete die Pläne für Terroranschläge als Fehler, der
nicht nur dem Islam geschadet habe, sondern ihm auch leid tue. Nur der
vierte Angeklagte, Adem Yilmaz, verzichtete auf eine letzte Erklärung
vor Verkündung des Urteils am 4. März.
„Ich werde in Zukunft keine terroristischen Aktivitäten mehr ausüben“,
erklärte der mutmaßliche Rädelsführer der Gruppe, Fritz Gelowicz, in
seinem Schlusswort.
Das Gefängnis als LebensstudiumAuch
Daniel Schneider erklärte, er „hätte anders handeln können und müssen“.
Er werde die Verantwortung für sein Handeln übernehmen und eine
Bestrafung akzeptieren. Dem 24-Jährigen wird neben den
Anschlagsvorbereitungen auch versuchter Mord an einem Polizisten
vorgeworfen, auf den er während seiner Festnahme geschossen haben soll.
Er hätte den Tod des Mannes vielleicht in Kauf genommen, ihn aber nicht
gewollt, sagte er am Dienstag. Sein Handeln sei in Panik und aus Angst
erfolgt, und er bedaure das sehr. „Ich möchte mich bei dem Polizisten
entschuldigen“, betonte er.
Schneider dankt der Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe, die sich in
seine schwere, vom Scheidungskrieg seiner Eltern geprägte Vergangenheit
vorgearbeitet hat. Für seine Zukunft hat er konkrete Pläne: Er will das
Gefängnis mit einem abgeschlossenen Studium verlassen.
17 Mai 2010 - 19:30
News ID: 180053
Selek, Schneider und Gelowicz entschuldigen sich und zeigen Reue