Wie die Internationale Nachrichtenagentur Ahl-ul-Bayt (a.) – ABNA – berichtet, verzeichnen Moscheen und islamische Einrichtungen in Großbritannien mit Beginn des heiligen Monats Ramadan einen deutlichen Anstieg der Spendenbereitschaft; Schätzungen zufolge werden jährlich etwa zwei Milliarden Pfund von Muslimen des Landes gesammelt. Islamische Wohltätigkeitsorganisationen warnen jedoch davor, dass Bankbeschränkungen und Kontosperrungen die Überweisung eines erheblichen Teils dieser Hilfsgelder in Krisengebiete behindern.
Laut einem Bericht des in Großbritannien ansässigen Bündnisses "Muslim Charities Forum" aus dem Jahr 2025 haben über zwei Drittel der islamischen Wohltätigkeitsorganisationen Probleme bei der Eröffnung von Bankkonten, und 42% von ihnen haben ihren Bankzugang vollständig verloren; während dieser Wert bei Wohltätigkeitsorganisationen insgesamt bei etwa 12% liegt. Viele dieser Einrichtungen haben erklärt, dass Zahlungen im Zusammenhang mit humanitären Projekten aufgrund dieser Bankprobleme verzögert werden.
Die Ursache dieser Herausforderungen liegt in einer Politik namens "Risikominimierung"; ein Ansatz, den Banken anwenden, um Verstöße gegen Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsvorschriften zu verhindern. Mit der Verschärfung der Gesetze meiden einige Banken den Verkehr mit Ländern, die in Kriege oder Krisen verwickelt sind. Fadi Itani, Geschäftsführer des Muslim Charities Forum, nannte die humanitäre Lage im Sudan als Beispiel, bei dem Wohltätigkeitsorganisationen bei der Überweisung von Finanzhilfen auf Hindernisse stoßen.
Er betonte: "Diese Hindernisse stören den Ablauf lebenswichtiger Operationen der Hilfsorganisationen und beeinträchtigen die Lieferung lebensrettender Hilfe." Ihm zufolge verfolgen Banken im Rahmen der Risikominimierungspolitik einen besonders vorsichtigen, manchmal abschreckenden Ansatz gegenüber Hilfsorganisationen, die in Hochrisikogebieten wie dem Sudan tätig sind.
Auswirkungen auf Zakat und religiöse Spenden
Laut einem Bericht der Denkfabrik "Ekwue" spenden Muslime in Großbritannien viermal mehr als der Durchschnitt der anderen Bürger des Landes. Der Großteil dieser Spenden erfolgt im Monat Ramadan in Form von Zakat – 2,5% des jährlichen Vermögensüberschusses. Obwohl ein Teil dieser Mittel zur Unterstützung Bedürftiger in Großbritannien verwendet wird, fließt ein erheblicher Anteil auch in Krisengebiete wie Palästina, Syrien und Pakistan.
Einige Wohltätigkeitsorganisationen haben erklärt, dass bereits die Erwähnung des Begriffs "syrische Flüchtlinge" zur Sperrung von Banktransaktionen geführt habe. Auch in einigen Fällen habe die Verwendung unbestätigter Medienberichte über einen möglichen Terrorismusbezug zur Kontoschließung oder zur Verweigerung von Bankdienstleistungen geführt.
Forderung nach gesetzlichen Reformen
Dr. Samantha May, Professorin an der Universität Aberdeen, stellte fest, dass viele islamische Wohltätigkeitsorganisationen nicht einmal eine Genehmigung für Tätigkeiten in sanktionierten Ländern wie Afghanistan beantragen, aus Angst, dass allein dieser Antrag Banken auf den Plan rufen könnte. Sie fügte hinzu, dass diese Politik zwar offiziell nicht gegen islamische Hilfsorganisationen gerichtet sei, in der Praxis aber diese Einrichtungen, die hauptsächlich in fragilen Regionen tätig seien, am stärksten darunter litten.
Razeb Hasan, Finanzvorstand der Organisation "Islamic Relief", schlug vor, ein Modell ähnlich den Gesetzen Frankreichs und Belgiens einzuführen, die das Führen eines Bankkontos als gesetzliches Recht anerkennen. Itani betonte ebenfalls, dass der Abbau administrativer Hürden mehr Ressourcen und Zeit für humanitäre Aktivitäten freisetzen könnte.
In der Zwischenzeit erklärte ein Sprecher der britischen Finanzverbands UK Finance, dass dieses Gremium die Probleme der Wohltätigkeitsorganisationen kennt und erwartet, dass Banken einen Ansatz verfolgen, der dem tatsächlichen Risikoniveau angemessen ist, anstatt alle Hilfsorganisationen gleichermaßen Beschränkungen zu unterwerfen. Dennoch sind islamische Wohltätigkeitsorganisationen der Ansicht, dass ohne praktische Reformen ein Teil der umfangreichen Ramadan-Spenden die Bedürftigen in Krisengebieten nicht erreichen wird.
Your Comment