15 Juni 2009 - 19:30

Während der israelischen Militär-Offensive im Gaza-Streifen sollen Armeeangehörige wahllos Zivilisten umgebracht und mutwillig palästinensisches Eigentum zerstört haben.

Mit dieser Aussage schockieren israelische Soldaten derzeit die Öffentlichkeit ihres Landes. Israelische Medien berichteten, die Soldaten haben entsprechende Zeugenaussagen im vergangenen Monat während einer Versammlung an einer Militärakademie gemacht. Sie erzählten von sehr lockeren Dienstvorschriften, was das Schießen auf Zivilisten betraf. Die Aussagen wurden in dieser Woche in einem Informationsblatt für Absolventen der Akademie veröffentlicht. Die Armee kündigte eine Untersuchung der Berichte an. Einer der Kommandeure erzählte etwa von einer Anweisung, eine ältere Palästinenserin zu erschießen, die in etwa 100 Meter Entfernung von einer israelischen Stellung auf der Straße ging. Er sprach dabei von "kaltblütigem Mord". Ein Elite-Soldat tötete im Gazastreifen unter anderem eine Mutter und ihre zwei Kinder. Laut einem Zeugen waren die drei aufgefordert worden, ihr Haus zu verlassen und nach rechts zu gehen. Sie hätten den Befehl nicht verstanden und seien nach links gegangen. Dies hätten sie mit ihrem Leben bezahlt.