13 Oktober 2016 - 07:09
Saudi-Arabien: Im Kampf gegen die Heiligkeit unserer Zeit

Einmal mehr bewies die saudische Führung ihre Feindschaft gegenüber dem Islam und den Muslimen. In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur „Mekkah“, sprach der Großmufti des saudischen Regimes dem iranischen Volk den Islam ab.

Einmal mehr bewies die saudische Führung ihre Feindschaft gegenüber dem Islam und den Muslimen. In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur „Mekkah“, sprach der Großmufti des saudischen Regimes dem iranischen Volk den Islam ab. Damit wollte er auf die harsche Kritik des religiösen Oberhauptes der Muslime, Imam Sayyid Ali Chamene’i, die dieser in seiner jährlichen Hadsch-Botschaft äußerte, antworten. Sofort konterte der iranische Außenminister via Twitter. Diesen Ereignissen ging ein Pilgerverbot iranischer Muslime voraus.

Am Montag, den 5. September 2016, verkündete das iranische Oberhaupt Imam Chamene’i seine jährliche Botschaft anlässlich der Hadsch. Offenkundiges übersetzte sie ins Deutsche. Neben den spirituellen und gesellschaftlichen Aspekten der Hadsch sprach er auch über die politische Aussagekraft der Hadsch durch seine Pilger. In diesem Zusammenhang verurteilte der Imam die Verbrechen der saudischen Monarchen und klagte sie an, angesichts der letztjährigen Tragödie in Mekka und Minna, bei der tausende Pilger ihr Leben verloren.

Laut Imam Chamene’i betonten manche Experten, dass die Ereignisse gezielt herbeigeführt worden wären. Auch Fachexperten, Zeugen und Beobachter sind sich der alleinigen Schuld der saudischen Herrscher einig. Mit diesen traurigen Ereignissen im Hinterkopf und dem aktuellen Massenmord am jemenitischen Volk im Herzen hat der Imam mit einer erhellenden Deutlichkeit gesprochen. Seit März 2015 bombardieren Kampfflugzeuge einer saudisch-geführten Allianz aus neun Staaten den Jemen. Dabei werden sie u.a. von den USA, Großbritannien und Frankreich unterstützt.

Auch Israel ist in die Geschehnisse involviert und unterstützt den Krieg gegen das jemenitische Volk mit Kampfflugzeugen, Piloten sowie nachrichten- und sicherheitsdienstlichen Informationen [1], [2]. UN-Angaben zufolge sind seit Kriegsbeginn über 3.700 Menschen getötet worden und 2,8 Millionen sind auf der Flucht. Amnesty International veröffentlichte einen Bericht, wonach die USA ihre Bombenlieferungen an Saudi-Arabien umgehend stoppen müssten. Diese Bomben würden laut Amnesty gegen zivile Einrichtungen und Krankenhäuser eingesetzt. Beim jüngsten Angriff auf ein Krankenhaus am 15. August 2016 sind 11 Krankenhausbesucher getötet und 19 weitere verletzt worden. Über 4.500 Patienten wurden in dem Krankenhaus behandelt [3].

Das war bereits der vierte Angriff auf ein Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation sah sich gezwungen, seine Ärzte aus dem Kriegsgebiet abzuziehen. Unabhängige Waffenexperten haben im Auftrag der Ärzte ohne Grenzen Fotomaterial vom Angriff ausgewertet. Das Ergebnis: Das Krankenhaus wurde von lasergelenkten Präzisionsbomben amerikanischer Bauart (Paveway-Serie) zerstört [4]. Auch die Wasserversorgung war mehrfach Ziel der saudischen Angriffe. Diese Form der Kriegsführung wird durch die israelische Regierung gegen das palästinensische Volk seit Jahrzehnten eingesetzt. Inzwischen leiden mehr als 20 Millionen Menschen im Jemen an Wasserknappheit [5].

Saudi-Arabien, das von der westlichen Politik keine ernstzunehmende Kritik erfährt, ist solch ehrliche Worte, wie sie Imam Chamene’i äußerte, nicht gewohnt:

Die Zwietracht fördernden Herrscher, die ruchlose Takfiri-Gruppen ausbilden und bewaffnen, haben die Welt des Islam mit Bürgerkriegen überzogen. Sie morden und verletzen unschuldige Menschen in Jemen, Irak, Syrien, Libyen und anderen Ländern. Die gottlosen Politiker, die ihre Hände in Freundschaft dem zionistischen Regime reichen, haben ihre Augen vor der Not der Palästinenser verschlossen, vor ihrem herzergreifenden Leid, und sie unterjochen die Städte und Dörfer Bahrains mit Unterdrückung und Verrat.

Wie hat die Herrschaftsriege auf diese lichterfüllten Worte der Wahrheit reagiert? Der Großmufti Saudi Arabiens Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich, der in der Vergangenheit durch skurrile, dem Islam widersprechende, Fatwas (islamische Rechtsurteile) aufgefallen ist, gab der Nachrichtenagentur „Mekkah“ ein Telefoninterview. Während des Interviews nahm er zu den schweren Vorwürfen jedoch keine Stellung, die das iranische Oberhaupt gegen das korrupte Königshaus äußerte. Vielmehr nutzte er die Sprache der frühislamischen Tyrannen und folgte damit seinen Vorbildern.

Die Muslime in der Zeit Imam Alis (a.), waren einst Opfer jener zwieträchtigen Lügen. Um die Muslime um 30 n.d.H taub für die erleuchteten und heiligen Worte Imam Alis (a.) zu machen und ihn (a.) zu diffamieren, hatte Muaawiya (der erste Kalif der Umayyaden) durch infame Intrigen verbreiten lassen, dass Imam Ali (a.) kein Muslim sei. Dies ging so weit, dass die Muslime, als sie vom Martyrium des Imams in der Moschee von Kufa erfuhren, darüber verwundert waren, dass er (a.) betete.

Nun versucht dieser „Großgelehrte“ aus Saudi Arabien, der u.a. für die Zerstörung aller christlichen Kirchen auf der arabischen Halbinsel plädierte, da diese kein Recht zu existieren hätten, in einem Telefoninterview dem iranischen Volk und allen voran Imam Chamene’i den Islam abzusprechen. Die Muslime müssten verstehen, dass diese keine Muslime wären, sondern Söhne der Al-Madschissin (Zoroastrier), so der Großmufti [6]. Der iranische Außenminister Javad Zarif twitterte daraufhin, dass sich der Islam der Iraner und der meisten Muslime in der Tat nicht mit dem bigotten, extremistischen Islam vergleichen lässt, den der extremistische Großmufti und die saudischen Terrorherrscher predigen.