5 Oktober 2010 - 20:30

Taliban haben einem Bericht der «Washington Post» zufolge geheime Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung aufgenommen.

Unter Berufung auf nicht näher genannte afghanische und arabische Quellen berichtete die Zeitung am Dienstagabend, dass dabei offenbar erstmals auch Vertreter der Quetta SChura, der von Pakistan aus agierenden Talibanbewegung von Mullah MUhammed Omar, beteiligt seien. «Sie sind sehr, sehr ernsthaft dabei, einen Ausweg aus dem Konflikt zu finden», sagte eine mit den Gesprächen vertraute Quelle der Zeitung.

Omar und andere Talibanführer hatten bisher immer den Abzug der ausländischen Soldaten als Vorbedingung für jegliche Kontakte mit der afghanischen Regierung gemacht. Nun hätten sie Verhandlungen aufgenommen, um ihre Positionen zu sichern, hiess es in dem Bericht weiter. Die Gespräche umfassen demnach Vereinbarungen über eine Beteiligung der Taliban an der afghanischen Regierung sowie den Abzug der Nato- und der US-Truppen. Nicht beteiligt an den Gesprächen seien hingegen Vertreter der Haqqani-Gruppe. Diese war nach Angaben der «Washington Post» Ziel der jüngsten US-Drohnenangriffe in Pakistan.