23 Februar 2026 - 11:47
Source: ABNA
Gaza am Rande des humanitären Zusammenbruchs: Belagerung, Wasserknappheit und Medikamentenmangel

Der Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges in seine gefährlichste menschliche Phase eingetreten; unter einer strengen Blockade ist die Infrastruktur weitgehend zerstört, und die grundlegenden Dienstleistungen sind mit zunehmenden Engpässen konfrontiert.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf die palästinensische Website http://al-risala.net/ beschränkt sich die Krise nicht mehr nur auf den Mangel an Nahrungsmitteln oder Medikamenten, sondern hat auch Wasser, Strom, medizinische Versorgung und städtische Verwaltung erfasst und mehr als zwei Millionen Menschen mit beispiellosen Bedingungen in Bezug auf Existenznöte konfrontiert.
Im Herzen dieser Katastrophe verschärft sich die Wasserkrise von Tag zu Tag, während die Beschränkungen für die Einfuhr von Treibstoff, humanitärer Hilfe und Grundnahrungsmitteln weiterhin bestehen.
Gleichzeitig mit dem Anstieg der Preise einiger Güter aufgrund von Knappheit und Beschränkungen versuchen staatliche Stellen, durch Marktüberwachung und die Verhinderung von Hamsterei zumindest eine minimale soziale Stabilität aufrechtzuerhalten. Die anhaltenden Beschränkungen bei der Einfuhr von Hilfsgütern und die Rationierung von Waren haben jedoch dazu geführt, dass die Krise bei Medikamenten und medizinischer Ausrüstung nach wie vor eine der schwerwiegendsten Herausforderungen darstellt.
Akute Wasserkrise
Die Gemeinde Gaza hat erklärt, dass diese Stadt seit etwa zwei Wochen mit einer beispiellosen Krise bei der Wasserversorgung konfrontiert ist. Diese Situation ist nach dem Ausfall der israelischen "Mikrot"-Wasserleitung infolge einer Militäroperation im östlichen Gebiet, der sogenannten "Zone Null", eingetreten.
Laut Husni Muhanna, dem Sprecher der Gemeinde, ist diese Krise in die vierte Woche eingetreten und mehr als 85 Prozent der Stadtfläche sind nahezu vollständig von der Wasserversorgung abgeschnitten.
Die Gemeinde war während des Krieges auf die "Mikrot"-Leitung als Hauptwasserquelle angewiesen, da 72 Brunnen zerstört wurden, die einzige Entsalzungsanlage "Al-Sudani" außer Betrieb ist und die Brunnen "Bir an-Nadscha" und "As-Safa" erneut zerstört wurden.
Der tägliche Wasserbedarf der Stadt Gaza beträgt etwa 100.000 Kubikmeter, während im besten Fall nur 12.000 Kubikmeter verfügbar sind; das entspricht einem Defizit von über 75 Prozent. Infolgedessen erreicht der Wasseranteil pro Person in vielen Gebieten nicht einmal fünf Liter pro Tag – ein Wert, der weit unter dem humanitären Mindeststandard liegt.
Schätzungen der Vereinten Nationen zeigen, dass etwa 1,4 Millionen der insgesamt 2,1 Millionen Einwohner Gazas in fast tausend Flüchtlingslagern leben; ohne fließendes Wasser und Strom – Bedingungen, die durch die Bevölkerungsdichte und die Hitze die Gesundheitsrisiken verdoppeln.
Treibstoff – gestörte Lebensader
Im Gazastreifen ist die Wasserkrise mit der Treibstoffkrise verflochten.
Die Gemeinden sind aufgrund von Treibstoffmangel nicht in der Lage, die Brunnen und Kläranlagen regelmäßig zu betreiben. Trotz der Einfuhr begrenzter Treibstoffmengen reicht diese Menge nicht für den Betriebsbedarf aus, was zu häufigen Unterbrechungen der Wasserförderung und zur Ansammlung von Abwasser in einigen Gebieten führt.
Die lokalen Behörden warnen davor, dass die Treibstoffrationierung lebenswichtige Sektoren, von Krankenhäusern bis hin zu städtischen Reinigungsdiensten, direkt beeinträchtigt und die Gesundheits- und Umweltkrise verschärft hat.
Markt und Lebensunterhalt
Im wirtschaftlichen Bereich sind die Preise einiger Grundnahrungsmittel aufgrund des begrenzten Angebots und gestiegener Transport- und Koordinierungskosten erheblich gestiegen. Obwohl der Zugang zu bestimmten Produkten in den letzten Wochen relativ besser geworden ist, bleibt die Preisvolatilität ein Hauptmerkmal des Marktes unter Blockadebedingungen.
Als Reaktion darauf haben das Wirtschaftsministerium und staatliche Stellen versucht, den Markt zu kontrollieren und gegen Hamsterei und Missbrauch vorzugehen, indem sie die Kontrollen verschärften. Gegen einige Verstöße wurden ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um Verbraucher zu schützen und eine gerechte Verteilung zu gewährleisten.
Angesichts der sinkenden Kaufkraft und der zunehmenden Armut, die einen großen Teil der Bevölkerung von humanitärer Hilfe oder unregelmäßigem Einkommen abhängig macht, ist die Marktkontrolle zu einer der Hauptprioritäten geworden.
Medikamentenkrise
Die Knappheit an Medikamenten und medizinischer Ausrüstung ist eine der sensibelsten und gefährlichsten Dimensionen der Krise. Die Krankenhäuser leiden unter einem akuten Mangel an lebenswichtigen Medikamenten, darunter Medikamente gegen chronische Krankheiten, Antibiotika sowie chirurgische Ausrüstung und Intensivpflegebedarf.
Die Gesundheitsbehörden haben gewarnt, dass die anhaltenden Beschränkungen für die Einfuhr medizinischer Ausrüstung das Leben Tausender Patienten gefährden, insbesondere von Krebspatienten sowie Patienten mit Nieren- und Herzerkrankungen. Der Treibstoffmangel hat auch die Betriebsfähigkeit der Krankenhäuser verringert und das Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

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