Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Abna schrieb die Website "Grayzone" in einem Bericht unter Bezugnahme auf veröffentlichte Dokumente über die Anwesenheit der königlichen Familie dieses Landes im Fall des sexuellen Skandals um Jeffrey Epstein, dass es nicht das erste Mal sei, dass britische Amtsträger und Geheimdienste dieses Landes aktiv an Fällen von sexuellem Missbrauch beteiligt seien.
Der Bericht befasste sich weiter mit dem Fall des "Kincora Boys' Home" in Nordirland, unter dessen Deckmantel ein weitreichendes Netzwerk sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen aufgebaut worden war, an dem auch die britischen Geheimdienste "MI5" und "MI6" mit dem Ziel der "Erpressung und Kontrolle" von Gegnern der britischen Monarchie beteiligt waren.
Laut diesem Bericht hat die Veröffentlichung einer riesigen Menge geheimer Dokumente über Jeffrey Epstein Prinz Andrew, den Bruder des britischen Königs Charles III. und das dritte Kind von Königin Elizabeth II., in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt.
Der Kincora-Sexskandal
Grayzone fügt hinzu, dass es, wenn diese Dokumente stimmen, nicht das erste Mal sei, dass ein Mitglied der britischen königlichen Familie in eine Verschwörung zur Vergewaltigung von Kindern verwickelt ist. Der Kincora-Skandal wurde 1980 aufgedeckt, und es stellte sich heraus, dass das Kincora Boys' Home in Irland von "Pädophilen" als "geheimes Zentrum der Korruption und Prostitution" betrieben wurde. Zu den Angeklagten in diesem Fall gehörte Lord Mountbatten, der Großonkel von Prinz Andrew.
Vorhandene Dokumente zeigen, dass "MI5", der britische Inlandsgeheimdienst, und "MI6", der britische Auslandsgeheimdienst, von dem sexuellen Missbrauch von Kindern in Kincora wussten.
Der BBC-Journalist Chris Moore veröffentlichte im Mai 2025 einen journalistischen Bericht über diesen Fall mit dem Titel "Kincora; Britanniens Schande", der viereinhalb Jahrzehnte direkter Forschung des Autors umfasst.
Moore fügt hinzu, dass dieses Zentrum eine Komponente eines weitreichenden Netzes von Kindesmissbrauch war, das sich über das von Britannien besetzte Irland und darüber hinaus erstreckte, und dass der Londoner Geheimdienst nicht nur davon wusste, sondern auch damit kollaborierte.
Moore traf 2023 in Australien "Arthur Smith", eines der Opfer von Kincora. Smiths Aufenthalt in diesem Zentrum war kurz, aber die Szenen, die er dort erlebte, hinterließen bei ihm bleibende psychische Schocks.
In Bezug auf Arthurs Geschichte schreibt Moore, dass er im Alter von 11 Jahren von einem Scheidungsrichter in Belfast in dieses Zentrum geschickt wurde und kontinuierlich von den Pädophilen, die das Heim betrieben, missbraucht und mit Schweigen bedroht wurde. Arthur wurde wiederholt brutal von einer Person vergewaltigt, die sie "Dicky" nannten.
Laut diesem Bericht erfuhr Smith im August 1979, zwei Jahre nach seiner Flucht aus Kincora, dass die wahre Identität von Dicky "Louis Francis Albert Victor Nicholas Mountbatten" war, ein Mitglied der königlichen Familie und ein Cousin von Königin Elizabeth II.
Einige Monate nach der Eröffnung von Kincora im Jahr 1958 berichteten Jungen in dieser Einrichtung Erwachsenen und ihrem Umfeld von wiederholtem sexuellen Missbrauch. Die Polizei besuchte das Zentrum in den folgenden Jahrzehnten immer wieder und untersuchte Dokumente über Vergewaltigung und Missbrauch, und trotz wiederholter Ermittlungen wurden die Beschwerden der Opfer von der Polizei immer wieder abgewiesen.
Berichte über sexuellen Missbrauch nahmen 1971 stark zu. In diesen Jahren übernahm "William McGrath", eines der prominentesten der britischen Königsfamilie treuen Elemente, die Verantwortung für dieses Zentrum und übernahm die direkte Aufsicht über das Leben der Jungen in diesem Zentrum.
McGrath genoss als Persönlichkeit mit einem sehr weitreichenden Beziehungsnetzwerk im von Britannien besetzten Irland und tiefen Verbindungen zu prominenten Politikern strafrechtliche Immunität. Er leitete auch die bewaffnete Freimaurerbewegung in Großbritannien namens "Tara", die heimlich von der britischen Armee geführt wurde und als operative Geheimdiensteinheit fungierte.
Eine Polizeiquelle sagte Moore, dass der MI6 seit den späten 1950er Jahren an McGrath interessiert war und von seinen Aktivitäten wusste. Die schrecklichen Misshandlungen in Kincora wurden schließlich im Januar 1980 aufgedeckt, und die Zeitung "The Irish Times" veröffentlichte einen Bericht, der zu erneuten polizeilichen Ermittlungen führte.
Im Dezember 1981 wurden Mains, McGrath und Raymond Semple - ein leitender Angestellter - sowie drei weitere Personen, denen nachgewiesen wurde, dass sie Jungen in zwei anderen staatlichen Heimen missbraucht hatten, schließlich vor Gericht gestellt. Obwohl der Prozess gegen die Täter dieses organisierten Verbrechens in Großbritannien mit mehr als 30 Opfern von Kincora stattfand, wurden gegen die Angeklagten sehr milde Urteile verhängt, die von 4 bis 6 Jahren Gefängnis reichten.
Grayzone fügt hinzu, dass im Jahr 2020 aufgedeckt wurde, dass das Archiv der umfangreichen polizeilichen Ermittlungen zu Kincora von 1980 bis 1983 auf merkwürdige Weise zerstört worden war, aber selbst die verbleibenden Akten deuten auf die Beteiligung des britischen Inlands- und Auslandsgeheimdienstes an diesem Fall hin.
Im April 2021 produzierte die BBC eine neue Serie historischer Dokumentationen, die zeigten, dass die schreckliche Geschichte des mysteriösen Verschwindens vieler Kinder in Belfast während der Konflikte mit dem Fall des sexuellen Missbrauchs in Kincora zusammenhängt. Der Film "The Lost Boys" wurde kurz vor seiner Veröffentlichung beschlagnahmt. Berichten zufolge waren die BBC-Führungskräfte vom Inhalt dieser Dokumente schockiert, insbesondere von den Beweisen für die Beteiligung des MI5 an der Vertuschung von Beweismitteln.
Moore sagte abschließend, dass die britische Regierung seit Jahren illegal Menschen ausspioniere, die versuchten, die Wahrheit über diese Einrichtung in Nordirland aufzudecken. Hochrangige Quellen der örtlichen Polizei haben eingeräumt, dass diese Geheimdienstüberwachungen im letzten Jahrzehnt gegen 320 Journalisten und 500 Anwälte durchgeführt wurden.
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