Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Abna schrieb das amerikanische Magazin Foreign Policy, dass eines der auffälligsten Merkmale der US-Außenpolitik während der Präsidentschaft von Donald Trump die übermäßige Abhängigkeit von harter Macht – also militärischer Stärke und wirtschaftlichem Druck – und die nahezu vollständige Missachtung der amerikanischen „Soft Power“ sei.
Stephen Walt, einer der Autoren des Magazins und Professor für internationale Beziehungen an der Harvard-Universität, schrieb in einem Artikel dazu, dass die USA in der Vergangenheit eine Mischung aus harter und weicher Macht beherrschten, was ihnen einen einzigartigen globalen Vorteil verschaffte, dieses Gleichgewicht jedoch unter Trump massiv gestört worden sei.
Walt ist der Ansicht, dass Trumps Ansatz ein „absolutes Vertrauen in harte Macht“ und eine nahezu vollständige Verachtung weicher Macht widerspiegele. Er nannte den aggressiven Einsatz von Zöllen zur Ausübung von Druck auf Verbündete, die Beteiligung an wiederholten Militäroperationen in mehreren Ländern und die Entscheidung, einen Krieg gegen den Iran zu beginnen, als Beispiele dafür und betonte, dass diese Politiken aus der Überzeugung entspringen, dass Macht und Zwang ausreichten, um Amerikas Ziele zu erreichen.
Laut Walt, was diesen Ansatz noch besorgniserregender mache, sei nicht nur das Vertrauen auf Zwang, sondern das völlige Fehlen jeglichen Versuchs, ihn zu rechtfertigen oder zu legitimieren. Große Nationen versuchten gewöhnlich, „ihre eiserne Faust in einem samtenen Handschuh zu verstecken“ und rechtliche oder moralische Rechtfertigungen für ihre Handlungen zu liefern, aber Trump glaube nicht daran.
Ein US-amerikanisches Magazin schrieb, dass Trumps Ansatz des absoluten Vertrauens auf „Hard Power“ und der Beseitigung von „Soft Power“ den Einfluss Amerikas in der Welt schmälere und dem Ansehen des Landes schade.
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