29 April 2026 - 14:03
Source: ABNA
Verschließung der Straße von Hormus und Schock für die Metallgewinnung; Schaden für das Rückgrat der Technologie

Die Verschließung der Straße von Hormus ist nicht nur eine Energiekrise, sondern stellt einen strukturellen Schock für die gesamte Architektur der Weltwirtschaft dar. Berichten von Abna zufolge hat der Iran unter Nutzung seines geopolitischen Hebels diese lebenswichtige Durchfahrt blockiert, wodurch Ketten, die weitaus komplexer sind als Öl und Gas – von kritischen Mineralien und Verteidigungsindustrien bis hin zu digitalen Infrastrukturen und Ernährungssicherheit – gestört wurden.

Im Zentrum dieser Störung steht die Schwefel- und Schwefelsäurelieferkette; ein Stoff, der eine entscheidende Rolle bei der wirtschaftlichen Gewinnung von Metallen wie Nickel, Kobalt, Lithium und Kupfer spielt. Diese Metalle bilden das Rückgrat neuer Technologien, einschließlich Batterien, elektrischer Infrastrukturen und militärischer Ausrüstung. Durch die Blockade der Transportwege für diese Materialien aus Westasien sind Länder wie Indonesien, die Demokratische Republik Kongo und China, die von dieser Lieferkette abhängig sind, mit schwerwiegenden Produktionsstörungen konfrontiert worden. Die chemische Natur dieser Stoffe schließt zudem schnelle Ersatzmöglichkeiten oder einen einfachen Transport aus und hat die Versicherungs- und Transportkosten exponentiell steigen lassen.

In einer bemerkenswerten Überschneidung spielen dieselben Mineralien, die derzeit aufgrund der Blockade der Straße von Hormus knapp geworden sind, auch eine Schlüsselrolle bei der Herstellung und Wartung militärischer Waffen. Diese Tatsache zeigt, dass Krieg sowohl Verbraucher als auch Störer der eigenen Lieferkette ist.

Berichte deuten darauf hin, dass das Pentagon vor Beginn der Operationen Unternehmen im Inland aufgefordert hatte, die Produktion von 13 kritischen Mineralien zu steigern; ein Hinweis auf die Vorhersage dieser strategischen Engpässe. Dennoch waren die ergriffenen Maßnahmen nicht besonders erfolgreich.

Die Dimensionen der Krise haben auch den Bereich fortschrittlicher Technologien erreicht. Stoffe wie Helium, Brom und Bauxit, ein erheblicher Teil davon in Westasien produziert, sind von entscheidender Bedeutung für die Herstellung von Halbleitern und den Betrieb von Rechenzentren. Das Industriekomplex Ras Laffan in Katar, der etwa ein Drittel des weltweiten Heliums produziert, ist infolge der jüngsten Angriffe Irans vom Betrieb ausgeschlossen worden, und es wird prognostiziert, dass er für mehrere Jahre stillstehen wird. Diese Entwicklung wirkt sich direkt auf die Produktion von Chips und die Effizienz der Recheninfrastrukturen aus.

Gleichzeitig hat die starke Abhängigkeit der Volkswirtschaften Ostasiens von der Energie des Persischen Golfs die Krise verschärft. Länder wie Taiwan und Südkorea, die im Herzen der Chipproduktion stehen, sind nun mit zwei gleichzeitigen Herausforderungen konfrontiert: Störungen bei den Importen von verflüssigtem Erdgas (LNG) und Mangel an kritischen Rohstoffen. Unternehmen wie „TSMC“, „SK Hynix“ und „Samsung“ sind von diesem Schock nicht verschont geblieben und haben einen Rückgang des Aktienwerts erlebt.

Your Comment

You are replying to: .
captcha