26 Februar 2014 - 20:30
Iran schließt Kooperationsverträge mit ausländischen Pharmakonzernen

Iran hat mit einem der größten amerikanischen Pharmaziekonzerne, der Firma Merck Sharp & Dohme (MSD), einen Vertrag über die Lizenzproduktion von Medikamenten abgeschlossen.

Iran hat mit einem der größten amerikanischen Pharmaziekonzerne, der Firma Merck Sharp & Dohme (MSD), einen Vertrag über die Lizenzproduktion von Medikamenten abgeschlossen. Auch Unternehmen in Deutschland, in der Schweiz und in Japan haben ein entsprechendes Interesse bekundet, teilte Nasser Riahi, der Direktor der iranischen Vereinigung von Medikamentenimporteuren, der Nachrichtenagentur ISNA mit. Gegründet 1891 als eine Niederlassung der deutschen Merck KGaA, gehört MSD weltweit zu den größten Pharmakonzernen. 2011 betrug der Jahresumsatz 48 Milliarden US-Dollar. MSD plant, seine Produkte unter Lizenz im Iran herstellen zu lassen. Damit ist MSD das erste amerikanische Pharmaunternehmen seit der Islamischen Revolution im Jahre 1979, mit dem ein solcher Vertrag abgeschlossen wurde. Als eine vertrauensbildende Maßnahme hat MSD seine Preise auf dem iranischen Markt um 30 bis 40 Prozent reduziert. Von den weiteren ausländischen Pharmakonzernen, die Interesse an Investitionen im Iran oder an Kooperationsbeziehungen mit iranischen Firmen haben, nannte Riahi an erster Stelle eine deutsche Firma, die sich ohne Bezug auf ihren Namen an einer Produktionsstätte von Serum in Schiraz beteiligen möchte. Des weiteren berichtete er, dass der Schweizer Pharmakonzern Novartis bereits einen Vertrag unterzeichnet und die Produktion aufgenommen habe. Auch mit einer japanischen Gesellschaft sei ein Vorvertrag zur Herstellung von Medikamenten abgeschlossen worden. Die gegen den Iran verhängten Sanktionen haben den iranischen Import von Medikamenten schwer beeinrächtigt. Zwar waren Medikamente nicht direkt von den Sanktionen betroffen, doch kam der Handel praktisch zum Erliegen, weil die Pharmafirmen Schwierigkeiten bei der Zahlungsabwicklung befürchteten. Damit kam es im Iran bei einigen lebenswichtigen Medikamenten zu gravierenden Engpässen. Parallel dazu machte der Iran bei der Eigenproduktion von Medikamenten rasante Fortschritte. Wie ein Repräsentant des iranischen Gesundheitsministeriums kürzlich mitteilte, werden 97 Prozent aller Medikamente mittlerweile im Inland produziert, und es müssen auch nur noch 50 Prozent der Rohstoffe importiert werden.  Im vergangenen Jahr rangierte der Import von Medikamenten auf Platz 10 aller iranischen Importgüter. Damit stieg der Medikamentenimport seit März 1997 um 900 Prozent. Nach statistischen Angaben des Gesundheitsministeriums produzierten 2011 im Iran 89 Firmen Medikamente, während 123 Firmen Medikamente importierten.