29 August 2013 - 19:30
Ägyptens Regierung gibt Pläne zum Verbot der Muslimbruderschaft auf

Die ägyptische Übergangsregierung will die Muslimbruderschaft nun doch nicht auflösen.

Die ägyptische Übergangsregierung will die Muslimbruderschaft nun doch nicht auflösen. Auch werde nicht länger angestrebt, die Organisation aus der Politik auszuschließen, sagte Ministerpräsident Hazem al-Beblawi am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur Mena. Beblawi selbst hatte nach Zusammenstößen von Anhängern und Gegnern des abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi eine Auflösung der hinter Mursi stehenden Muslimbruderschaft ins Gespräch gebracht. Dagegen betonte Beblawi jetzt, in turbulenten Zeiten sollten keine Entscheidungen getroffen werden. Die 1928 gegründete Muslimbruderschaft wurde 1954 von der damaligen Militärregierung verboten. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak Anfang 2011 entwickelte sie sich zur stärksten politischen Kraft und verhalf Mursi ins Präsidentenamt. Seit dessen Absetzung durch die Armee Anfang Juli veranstalten die Anhänger Mursis fast jeden Tag Demonstrationen und fordern dessen Rückkehr ins Präsidentenamt. Mursis Lager, das über die Muslimbruderschaft hinaus auch andere Gruppen umfasst, kündigte für Freitag neue Kundgebungen an.