15 Juni 2012 - 19:30

Kurz vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl hat das ägyptische Verfassungsgericht das Parlament aufgelöst.

Kandidaten ohne Parteibindung seien bei der Wahl im Dezember benachteiligt worden.Das ägyptische Verfassungsgericht hat die Parlamentswahl vom vergangenen Dezember und Januar teilweise für verfassungswidrig erklärt und das erste demokratisch gewählte Parlament des Landes bis zu Neuwahlen aufgelöst. Mit der Entscheidung des Obersten Gerichts verlieren ein Drittel der Abgeordneten ihr Mandat. Darunter auch der Präsident des Parlaments, der Muslimbruder Saad El-Katatni.Gleichzeitig erklärten die Richter ein im Mai von der Volksvertretung verabschiedetes Gesetz für verfassungswidrig, welches den ehemaligen Premier Ahmed Schafik von der Teilnahme an der Präsidentschaftswahl ausschließen sollte.Aus diesem Grund gingen Ägypter heute (Freitag) wieder auf die Straße und demonstrierten gegen Ahmad Schafik und den Militärrat.Ahmad Schafik, der ehemalige Premierminister unter Mubarak und Mohammad Mursi werden am Samstag und Sonntag um das Amt des Präsidenten miteinander konkurrieren.