Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu warf
der religiös-konservativen Regierung nach Presseberichten vom Freitag
vor, sie wolle das Kopftuchverbot für Grundschülerinnen als
Wahlkampfthema ausbeuten. Anlass für die Kritik war die Weigerung von
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, die Zulassung von Kopftüchern
für minderjährige Schülerinnen klar auszuschließen.
Im Oktober
hatte die türkische Hochschulbehörde das Kopftuchverbot für
Studentinnen in den Hörsälen des Landes per Erlass aufgehoben.
Staatspräsident Abdullah Gül erteilte vor wenigen Tagen der Forderung
aus islamischen Kreisen nach der Zulassung von Kopftüchern auch für
Mädchen in den Schulen eine Absage. Er schloß sich Äußerungen seiner
Frau Hayrünnisa an, die betont hatte, nur volljährige Frauen könnten
sich frei für oder gegen das Kopftuch entscheiden. Dagegen vermied
Erdogan eine Festlegung und verwies auf die Parlamentswahlen im
kommenden Juni.
12 November 2010 - 20:30
News ID: 212965
Wenige Wochen nach der Freigabe des Kopftuches an den Universitäten der Türkei flammt der Streit um die Grenzen der Kopftuch-Freiheit im Land neu auf.