24 Oktober 2016 - 06:35
Türkei greift mit Artillerie in Mossul-Offensive ein

Die irakische Regierung hat der türkischen Armee untersagt, sich an der Befreiung von Mossul zu beteiligen. Dennoch verkündet Ankara nun, Dschihadisten-Stellungen im Nordirak angegriffen zu haben.

Die im nordirakischen Baschika stationierten türkischen Truppen haben nach Angaben Ankaras Dschihadisten-Stellungen in der Stadt angegriffen. Die türkischen Einheiten seien von kurdischen Peschmerga-Kämpfern um Hilfe gebeten worden, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim. "Wir liefern Unterstützung mit Artillerie, Panzern und Haubitzen."

Auf dem Stützpunkt in Baschika, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Mossul entfernt, sind nach Angaben Ankaras rund 700 türkische Soldaten stationiert. Sie sollen irakische Soldaten für den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ausbilden. Die Regierung in Bagdad wirft der Türkei vor, illegal Truppen auf irakischem Boden stationiert zu haben - und damit "Besatzer" zu sein.

Der irakische Premierminister Haider al-Abadi hat den türkischen Streitkräften mehrfach untersagt, an der Offensive auf Mossul teilzunehmen, zuletzt nach einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Ashton Carter: "Wir wissen, dass die Türkei beim Kampf gegen den 'Islamischen Staat' mitmachen will", sagte al-Abadi. "Wir bedanken uns dafür, aber das ist etwas, das die Iraker alleine schaffen."