Der Betrieb der 320 Kilometer langen Leitung wurde eingestellt, wie örtliche Behörden angaben. Wegen der anhaltenden Unruhen auch in anderen Provinzen entließ Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi Berichten zufolge zwei Armee-Generäle. Der Anschlag auf die Pipeline ereignete sich im Bezirk Habab in Marib, wo Stammeskämpfer und Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida um einen größeren Einfluss auf das Ölgeschäft kämpfen. Durch die beschädigte Leitung fließen sonst täglich rund 100.000 Barrel Öl aus der unruhigen östlichen Provinz Marib zum Verladeterminal Ras Isa am Roten Meer. Die Pipeline war in der Vergangenheit bereits häufiger angegriffen worden, zuletzt im Mai. Der Jemen gehört zu den kleineren energieexportierenden Staaten der Welt, ist aber auf die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft stark angewiesen. Etwa 90 Prozent der staatlichen Einkünfte in Devisen kommen aus dem Bereich. Nach offiziellen Angaben kosteten Angriffe auf die Infrastruktur den Staat zwischen März 2011 und März 2013 umgerechnet knapp 3, 5 Milliarden Euro. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Saba berichtet, musste der für die nördliche Stadt Amran verantwortliche Generalmajor Mohammed al-Makdischi seinen Hut nehmen. Die Armee war dort von schiitischen Rebellen überrannt worden, die sich in dem mehrheitlich sunnitischen Staat schlecht vertreten fühlen. Auch Brigadegeneral Mohammed al-Somali, Armeechef in der südöstlichen Provinz Hadramaut, musste demnach gehen. Die Region wird von Al-Kaida-Terroristen in Atem gehalten.