6 Juli 2014 - 18:41
Irakische Schiiten flüchten vor Terroristen aus Kirkuk

Im irakischen Kirkuk flüchten weiterhin Hunderttausende Flüchtlinge vor den Terroristen der Daesh.

Wie die Ahlul Bayt News Agency ABNA berichtet, flüchten weiterhin Hunderttausende aus dem irakischen Kirkuk. Sabiha Jasem, 76 Jahre alt lebt mit ihrer Familie in einer Moschee in Bder, einer Stadt bei Diwaniyah im Süden Baghdads. Sie flüchteren aus ihrem Dorf bei Kirkuk nachdem bewaffnette Männer dort erschienen waren und die Wohnung übernehmen wollten.
"Die Terroristen besetzten unser Dorf mit einem Fahrzeug und drehten dort mit Maschinengewähren die Runde. Sie verwendeten Lautsprecher um uns aufzufordern das Dorf innerhalb von zwei Tagen zu verlassen und drohten uns uns umzubringen falls wir doch bleiben würden."
Die meisten Familien im Dorf sammelten ihren Besitz ein und flüchteten vor den Terroristen. Angaben von Jasim zu Folge hatten viele von ihnen vor Ablauf der zwei Tagen bereits ihre Abreise durchgeführt, zeitgleich ereigneten sich vier Autobombenanschläge wobei mehrere junge Männer ums Leben kamen.
"Selbst vor Ablauf der fünf Tage kamen sie wieder und traten uns die Türen ein. Wir hatten uns in einem Zimmer des Hauses zusammengefunden." So Jasim und die fünf Söhne mit ihren Frauen und Kindern. "Einer der Terroristen trat die Türe ein und richtete das Geschoss auf uns, er würde uns alle umbringen. Dann kam ein Weiterer und fragte warum wir nicht geflohen waren, ob wir sterben wollten, das hier würde zu unserem Grabe werden. Ich stand auf und ging zum Ältesten, er hatte komische Kleider an und ich erklärte ihm dass wir nicht einmal genug Geld hatten um uns ein Auto zu leihen um zu flüchten. Er blamierte mich dann vor meinen Söhnen und deren Frauen und forderte uns auf zu gehen ohne unsere Sachen mitzunehmen."
Jasim erklärte sie liefen knapp 40 Kilometer bevor sei ein Fahrzeug auf der Straße passierten. Der Fahrer wollte sie nur gegen eine Gebühr von drei Milliarden Dinar (2,700 US-Dollar) in Sicherheit bringen. Nachdem sie zuhause ankamen zahlten sie den Preis.
Angekommen in Bder lebten zu viele Familienmitglieder auf einem Raum, weshalb sie in eine Moschee umzogen.
Ein 29-jähriger Flüchtling ebenfalls aus Kirkuk erzählte eine ähnliche Geschichte. Ammar Al Bderi ist Vater von drei Kindern- er entging knapp einer Hinrichtung und das doppelt.
"Als ich auf meinem Weg zu meiner Familie war um sie aus Diwaniyah abzuholen, hielten mich die Besatzer auf und fragten mich nach einem Ausweis. Ein Anderer ordnete meine Tötung an, doch meine Mutter flehte. Sie nahmen das Angebot an unter der Kondition dass wir unsere Sachen zurücklassen würden.
Während die Familie die Ortschaft verließ wurde er noch ein weiteres Mal angehalten, diesmal sah es schlimmer aus.
"Meine Frau und meine Mutter kreischten und schrien und baten sie darum mich am Leben zu lassen. Sie erlaubten uns dies erst als wir ihnen unsere Mobiltelefone, Geld und Schmuck hinterliessen."
In Bderi angekommen erzählt ein Flüchtling: "Die Hilfslieferungen hier können unsere Leiden lindern, doch sie können niemals das rückgängig machen was uns wiederfahren ist. Unsere Häuser, unsere Ernten und unsere Heimat, welche nun alle durch die Terroristen besetzt sind."