27 April 2014 - 03:23
Afghanistan: Offenbar wird es eine zweite Wahlrunde geben

Die afghanische Präsidentenwahl wird nach Einschätzung der unabhängigen afghanischen Wahlkommission (IEC) in einer Stichwahl zwischen Spitzenreiter Abdullah Abdullah und dem Zweitplatzierten Aschraf Ghani entschieden.

Nach dem vorläufigen Ergebnis, das die Wahlkommission am Samstag(heute) in Kabul veröffentlichte, erreichte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen. «Unsere Bewertungen zeigen, dass es zu einer zweiten Wahlrunde zwischen den beiden führenden Kandidaten kommt», sagte IEC-Chef Jusuf Nuristani.   «Aber das hängt von der Bewertung der Beschwerden nach den vorläufigen Ergebnissen ab.» Nach den vorläufigen Angaben verfehlte Ex-Außenminister Abdullah mit 44, 9 Prozent klar die absolute Mehrheit. Der frühere Finanzminister Ghani kam demnach auf 31, 5 Prozent. Die Stichwahl ist für den 28. Mai vorgesehen. Zwei Wochen zuvor will die IEC ein amtliches Endergebnis vorlegen. Davor muss die Wahlbeschwerdekommission (ECC) noch zahlreiche Betrugsvorwürfe überprüfen, die Einfluss auf das Endergebnis haben können. Abdullah oder Ghani folgen Präsident Hamid Karsai nach. Karsai durfte nach der Verfassung nicht ein drittes Mal zur Wahl antreten. Bei der Wahl am 5. April waren acht Kandidaten angetreten.