Nach dem Urteil des Richters David Rosen hat Olmert in seiner Zeit als Jerusalemer Bürgermeister und später als Handelsminister von 1994 bis 2007 Bestechungsgelder erhalten. Im Gegenzug unterstützte er den umstrittenen Bau des Gebäudekomplexes „Holyland“ im Süden Jerusalems.
Das Gericht verurteilte in der Bestechungsaffäre insgesamt sieben Personen und drei Einrichtungen. Zu den Verurteilten gehören der frühere Vorsitzende der „Bank HaPoalim“ Dan Danker, Olmerts frühere Büroleiterin Schula Saken und der frühere Jerusalemer Bürgermeister Uri Lupolianski.
Olmert hatte vor Gericht ausgesagt, nichts von den Geldern gewusst zu haben, die an Saken oder Olmerts Bruder Jossi gezahlt wurden. Das Gericht beurteilte dies als Falschaussage: Saken und Jossi hätten die Gelder an Olmert weitergegeben.
Olmert mußte 2009 von seinem Posten als Premierminister wegen Korruptionsvorwürfen zurücktreten. Außerdem wurden ihm Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Ministerposten vorgeworfen. Teilweise wurden die Verfahren gegen ihn aus Mangel an Beweisen eingestellt. Das Gerichtsurteil vom Montag bestätigt jetzt jedoch schwerwiegende Anschuldigungen und macht Olmerts Rückkehr in die Politik, mit der viele Beobachter gerechnet hatten, so gut wie unmöglich.