Seinen Antrag hat Hamid Abutalebi bereits Ende Februar gestellt, wurde am Dienstag berichtet. Angeblich ist der Hintergrund der amerikanischen Weigerung die Mitgliedschaft Abutalebis in einer Studentengruppe, die im November 1979 die amerikanische Botschaft in Teheran stürmte und zu Spionageaktivitäten eingesetzte Botschaftsmitarbeiter als Geiseln festhielt. Abutalebi sagt, er sei nur Übersetzer und kein direktes Mitglied der Studentengruppe gewesen.
Die Sprecherin des US-Außenministeriums Marie Harf erklärte am Montag auf einer Pressekonferenz diesbezüglich: „Ich verfüge über keine Einzelheiten über die Vergangenheit dieser als neuen iranischen UN-Botschafter nominierten Person.“ Über die Auswirkung einer möglichen Visaweigerung auf die Atomverhandlungen mit dem Iran sagte sie lediglich: „Vorläufig habe ich nichts weiteres darüber zu sagen. In den kommenden Tagen werden wir sicherlich mehr darüber sprechen.“
Abutalebi ist seit drei Jahrzehnten im Außenministerium tätig und unter anderem Botschafter in Brüssel und Rom gewesen. Derzeit ist der an der französischen Sorbonne graduierte Soziologe politischer Berater von Präsident Rohani.