2 März 2014 - 20:30
Zwei libysche Abgeordnete bei Angriff auf Parlament in Tripolis verletzt

Bewaffnete Demonstranten haben am Sonntag das Übergangsparlament in Libyen gestürmt und mehrere Abgeordnete angegriffen.

Zwei Parlamentarier seien durch Schüsse verletzt worden, teilte gestern Abend der Präsident des Allgemeinen Nationalen Kongresses, Nuri Abusahmein, im Fernsehen mit. Die Abgeordneten seien getroffen worden, als sie in ihren Autos das Gebäude in Tripolis verlassen wollten.

Die Angreifer forderten die Auflösung des Übergangsparlaments, über dessen Rolle seit Wochen heftig gestritten wird. Die Demonstranten wollten mit ihrer Aktion nach eigenen Angaben auch dagegen protestieren, dass am Samstagabend eine andere bewaffnete Gruppe Teilnehmer einer Sitzblockade vor dem Gebäude attackiert und mehrere Menschen mitgenommen hatte. Wer hinter der Entführung steht, ist unklar.

Das Übergangsparlament war im Juli 2012 für 18 Monate bestimmt worden. Anfang Februar verabschiedete es jedoch einen Beschluss zur Verlängerung seiner Amtszeit bis Dezember - obwohl große Teile der Bevölkerung dagegen waren, da sie den Abgeordneten fehlende Erfolge bei der Befriedung des Landes vorwerfen.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 kommt Libyen nicht zur Ruhe. Zahlreiche frühere Rebellenmilizen verfolgen ihre politischen, teils aber auch kriminellen Ziele weiter mit Waffengewalt.