Ministerpräsident Ali Seidan sagte heute im TV, die Situation in der Stadt sei unter Kontrolle. Er fügte hinzu, der Nationalkongress habe die Entscheidung bei einer Sondersitzung zur Situation in Sebha getroffen. Dort war die Gewalt gestern nach mehreren Tagen relativer Ruhe wieder aufgeflammt, als eine bewaffnete Gruppe einen Armeestützpunkt übernahm. Örtlichen Angaben zufolge handelt es sich um Anhänger des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi. Bei Kämpfen zwischen verfeindeten Stämmen waren in der vergangenen Woche in Sebha rund 30 Menschen getötet worden. Regierungschef Zeidan betonte, die Situation in der Stadt sei „unter Kontrolle“, kündigte zugleich aber die Entsendung einer aus früheren Rebellen gebildeten Miliz an. Mangels einer funktionierenden Polizei und Armee ist die Regierung auf die Hilfe der Milizen angewiesen. Zuletzt hatten sich Berichte gemehrt, dass die Anhänger des 2011 gestürzten und getöteten Machthabers Gaddafi zunehmend selbstbewusst auftreten. Die Zeitung „Welt am Sonntag“ berichtete unterdessen unter Berufung auf einen ranghohen Sicherheitsbeamten, in der Region um die Hafenstadt Derna bereiteten radikale Islamisten derzeit eine Offensive vor. Demnach gibt es in der Gegend vier Trainingscamps und zwei Waffenlager der extremistischen Gruppen Al-Kaida und Ansar al-Sharia. Die Offensive sei nur eine Frage der Zeit, schrieb die Zeitung. Seit dem Sturz Gaddafis sind im Osten Libyens zahlreiche islamistische Gruppen aktiv, die immer wieder Anschläge auf Vertreter von Regierung, Justiz und den Sicherheitskräfte verüben. .