17 Oktober 2013 - 20:30
Syrische Opposition tief gepalten

Der Syrische Nationalrat, die größte außerhalb Syriens stationierte Oppositionsstruktur, will aus der Nationalen Koalition der Opposition austreten, falls diese ihre Zustimmung für die Teilnahme an der „Genf-2“-Konferenz geben sollte, erklärte der Chef des Nationalrates, George Sabra, in einem Gespräch mit RIA Novosti.

Der Syrische Nationalrat, die größte außerhalb Syriens stationierte Oppositionsstruktur, will aus der Nationalen Koalition der Opposition austreten, falls diese ihre Zustimmung für die Teilnahme an der „Genf-2“-Konferenz geben sollte, erklärte der Chef des Nationalrates, George Sabra, in einem Gespräch mit RIA Novosti. Ende Oktober beziehungsweise Anfang November soll ein Kongress der Nationalen Koalition stattfinden, bei dem ein Beschluss über die Teilnahme an der die „Genf-2“-Konferenz getroffen werden soll. Der Syrische Nationalrat hatte bereits zuvor seine ablehnende Haltung zur Friedenskonferenz in Genf bekundet, „weil sich die Situation in Syrien, in der Region und in der Welt nicht verändert“. „Diese Situation ist für eine echte politische Regelung“ des Syrien-Konfliktes „nicht förderlich“, so Sabra. Momentan seien Konsultationen mit Oppositionsgruppierungen im Gange, die der bewaffneten Opposition in Syrien nahe stehen, sagte der Politiker.  Bei den Konsultationen kommen die Oppositionskräfte zu dem Schluss, dass „die Genfer Konferenz an sich kein Selbstzweck ist“. „Die Konferenz ist notwendig, um eine politische Vereinbarung über Waffenstillstand und Beendigung des Blutvergießens zu erzielen“, betonte Sabra. „Sie muss den Weg von der Diktatur zur Demokratie öffnen.“ Heutzutage sei es aber offensichtlich, dass die Konferenz in Genf nicht das gewünschte Resultat bringen könne. Der Syrische Nationalrat war die erste große Oppositionsorganisation, die diverse Gruppierungen von Gegnern des Regimes in Damaskus nach dem Beginn des bewaffneten Konfliktes im Frühjahr 2011 zusammengeschlossen hat. Eine bedeutende Rolle in dieser Organisation spielen die syrischen Muslimbrüder. Im November 2012 schloss sich der Nationalrat einer größeren Vereinigung der syrischen Opposition, der Nationalen Koalition der Opposition und der Revolutionskräfte an. Die Nationale Koalition wurde von einigen arabischen und westlichen Ländern anerkannt, ihre Arbeit wurde aber durch starke innere Widersprüche behindert. Einige bewaffnete Gruppierungen innerhalb Syriens gaben bekannt, sie betrachten die Nationale Koalition nicht als ihren politischen Flügel und würden deren Beschlüsse nicht einhalten.