Der am Donnerstagmorgen verschleppte libysche Ministerpräsident Ali Seidan ist nach Regierungsangaben wieder frei. Seidan sei mehrere Stunden nach seiner Entführung durch eine Rebellenmiliz wieder in Freiheit, sagte der libysche Außenminister Mohammed Abdelasis der Nachrichtenagentur AFP. Die genauen Umstände seien noch unklar. Regierungssprecher Mohammed Kaabar sagte laut der amtlichen Nachrichtenagentur Lana, Seidan sei »befreit und nicht freigelassen« worden. Der Regierungschef sei »bei guter Gesundheit«. Seidan war in der Früh von bewaffneten Männern aus einem Hotel in der Hauptstadt Tripolis entführt worden. Eine ehemalige Rebellenorganisation, die für das Innenministerium tätig ist, bekannte sich zu der Tat. Medienangaben zufolge waren am 5:00 Uhr vor dem Hotel mehrere Transporter mit 150 bewaffneten Männern eingetroffen. Sie hatten laut den Berichten das Gebäude abgeriegelt, und ein Teil von ihnen war mit dem Aufzug in das 21. Stockwerk gestiegen, wo sich Seidan aufgehalten hatte. Er und zwei seine Leibwächter seien abgeführt und mit einem der Transporter weggefahren worden. Die Gruppe hatte zuvor Seidans Regierung dafür verantwortlich gemacht, dass US-Spezialeinheiten am Samstag in Tripolis den mutmaßlichen Al-Kaida-Planer Abu Anas al-Libi gefasst und außer Landes gebracht hatten. Die Miliz unterliegt formell der Kontrolle durch das Verteidigungs- und das Innenministerium. Die Miliz Brigade für den Kampf gegen die Kriminalität bekannte sich laut der amtlichen Nachrichtenagentur Lana ebenfalls zu der Tat. Seit dem Sturz und Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Oktober 2011 kommt Libyen nicht zur Ruhe. Zahlreiche frühere Rebellengruppen und Stammesmilizen weigern sich, ihre Waffen abzugeben und versuchen mit Gewalt, ihren Forderungen Gehör zu verschaffen.
9 Oktober 2013 - 20:30
News ID: 471219
Der am Donnerstagmorgen verschleppte libysche Ministerpräsident Ali Seidan ist nach Regierungsangaben wieder frei.