Eines zeigt die Entfernung
von Präsident Mohammed Mursi in Ägypten, mit Geld kann man doch nicht
alles kaufen. Katar hat damit eine außenpolitische Niederlage erlitten,
denn sie haben auf die Muslimbruderschaft in den vergangenen Jahren
gesetzt. Katar hat in der Ära nach Mubarak 8 Milliarden Dollar in die
von den Muslimbrüdern geführte Regierung investiert. Das jähe Ende
der Präsidentschaft von Mursi durch die Armee, die ihren Mann aus dem
Amt putschte, hat die Muslimbrüder wieder an den Rand der Gesellschaft
in Ägypten gedrängt. Die Mehrheit der Bevölkerung will keine Islamisierung.
Dohas Unterstützung der islamistischen Gruppen seit Beginn des sogenannten
Arabischen Frühlings hat nicht die gewünschten Resultate gebracht.
Katar hat damit aufs falsche Pferd gesetzt und ist der große Verlierer.
Auch das verbrecherische Abenteuer in Syrien ist gescheitert und die
3 Milliarden Dollar die Katar den radikal islamischen Terroristen bisher
auszahlte hat nicht zum Sturz von Assad geführt. Im Gegenteil, die
Bevölkerung in Syrien hat durch die Gräueltaten und Massaker der Terroristen
erkannt, ein Machtwechsel und die Einführung der Scharia kann nur der
absolute Horror für sie bedeuten. In den bisher von ihnen kontrollierten
Gebieten werden alle abgeschlachtet die in den Augen der Extremisten
"ungläubig" sind. Deshalb geniesst Assad verstärkt Unterstützung
im Volk und in der Armee, die ausländischen Mörderbanden werden zurückgedrängt
und große Teile Syrien sind wieder befreit worden.
Aber nicht nur Katar konnte mit Geld sich nicht gegen den Willen der
Bevölkerung in Ägypten und Syrien durchsetzen und seine Marionetten
an der Macht halten oder bringen, sondern die US-Regierung auch nicht.
Doha befolgt ja nur die Befehle Washingtons und ist der Financier der
"Regimewechsel". Das auf den ersten Blick paradoxe ist ja,
dass die Vereinigten Staaten überall in den arabischen Ländern die
extremen islamischen Kräfte an die Macht bringen will, die sie sonst
vorgeben zu bekämpfen. Der Kampf gegen den Terror ist ja in Wirklichkeit
einer FÜR Terror. Wer hat denn die Taliban in Afghanistan an die Macht
gebracht? Es war Washington. Wer hat Osama Bin Laden und die Al-Kaida
erschaffen? Die CIA. Hillary Clinton hat es ja zugegeben.
Völlig schockiert über die Entwicklung in Ägypten reagierte Obama
erst Stunden nach dem Machtwechsel von Kairo und kritisierte das Militär.
Während die Menschen auf Kairos Tahrir-Platz den Sturz von Mursi feierten,
saß Barack Obama mit seinen Sicherheitsberatern stundenlang im Weißen
Haus zusammen und überlegte, wie der Scherbenhaufen ihrer Politik zu
erklären ist und wie es weitergehen soll. Er droht jetzt die finanzielle
Hilfe für Ägypten zu streichen, jene 1, 3 Milliarden Dollar, mit denen
die USA jedes Jahr Ägyptens Militär unterstützen. Aber wie gesagt,
mit Geld kann man nicht alles kaufen und der Einfluss Amerikas auf die
Entwicklungen in Ägypten ist geschwunden.
Überhaupt erkennen immer Menschen auf der Welt, wer der wirkliche Schurkenstaat
ist, wer für alle Kriege verantwortlich ist, wer ständig lügt und
falsch spielt, wer nur Tod, Leid und Zerstörung über den Planeten
bringt. Der Prism-Skandal und die Einstellung der US-Regierung, die
angeblichen Partner und Alliierten ausspionieren zu müssen, hat viele
auch in Deutschland aufgeweckt. Die Illusion ist am Bröckeln, die Amis
sind unsere Freunde. Waren sie noch nie. Für sie sind die Europäer,
aber speziell die Deutschen, nur nützliche Idioten die man kontrolliert
und für die imperialistische Kriegspolitik ausnutzt. Ohne der landesverräterischen
Kooperation Berlins könnte Amerika gar keine Kriege führen.
Nicht nur die europäischen Völker müssen erkennen, wer ihr wirklicher
Feind ist. Die arabischen Länder sowieso. Die amerikanische Politik
war schon immer, einen Diktator der nicht ihre Befehle befolgt mit einen
der es tut zu ersetzen. Es gehe Washington um Demokratie, ist doch ein
lächerliches Märchen für Naivlinge. Das haben die Ägypter jetzt
mit Mursi auch erkannt. Obama steht damit auf der falschen Seite der
Geschichte, in dem er auf Mursis Muslimbruderschaft setzte, genau wie
Katar diese Fehleinschätzung machte.
Die nächste Marionette die von Katar finanziell abhängig ist und der
eine Entfernung droht ist Erdoğan, auch ein Fan der Muslimbrüder.
Den Ausbau seiner staatlichen Religionsbehörde Dinayat strebt er vehement
voran. Erdoğan besuchte Ägypten im September 2011 und die Muslimbrüder
boten ihm ein herzliches Willkommen, einschließlich Bussi hier und Jubel
dort. Dies Teil einer Tour durch die arabischen Umbruchstaaten. Nach
dem arabischen Frühling wollte er die Türkei als Wirtschaftsmacht
und als politischer Player mit regionaler Ausstrahlung positionieren.
Nur, seine verbrecherische Politik gegenüber Syrien zeigt, von wem
er gesteuert wird und welchen Größenwahn er unterliegt. Die Demonstrationen
in der Türkei und die Rolle des ägyptischen Militärs beim Umsturz
seines Freundes Mursi haben Erdoğan jetzt in Panik versetzt. Das Regime
in Ankara arbeitet fieberhaft daran, das Militärdienstgesetz zu ändern.
Damit soll zukünftig verhindert werden, dass das Militär einen Staatsstreich
durchführt. Das soll nun durch eine Anpassung des Artikels 35 anders
werden.
Der Artikel 35 des Militärdienstgesetzes besagt: „Es ist die Pflicht
der Türkischen Streitkräfte, das türkische Staatsgebiet und die durch
die Verfassung ausgerufene Türkische Republik zu schützen.“ Patriotische
Offiziere könnten damit die Regierung entfernen, wenn sie wie das ägyptische
Militär der Meinung sind, so den Volkswillen umzusetzen und das Land
von einem Diktator zu befreien. Der Text soll dahingegen abgeändert
werden, dass das türkische Militär nur noch für „Bedrohungen und
Gefahren aus dem Ausland“ zuständig ist.
Die Ausrede, Mursi und auch Erdoğan wären demokratische gewählt,
gilt überhaupt nicht, speziell wenn sich herausstellt, wer sie wirklich
sind, wessen Interessen sie vertreten, wie sie das Land islamisieren
wollen und die Wähler nur getäuscht haben. Wer vor den Wahlen etwas
verspricht und danach was ganz anderes tut, ist nicht legitimiert, sondern
ein Betrüger. Das Militär eines jeden Landes muss grundsätzlich gegen
alle äusseren aber auch inneren Feinde das Land schützen. Wenn Erdoğan
jetzt das Gesetz ändert und eine Einschränkung vornimmt, dann zeigt
es deutlich auf welcher Seite er steht.
Die Menschen in der Türkei haben die Bevormundung durch die regierende
AKP satt. Sie wollen die antidemokratischen Dekrete Erdoğans, die Einschränkung
der Pressefreiheit und Gleichschaltung der staatlichen Medien nicht
mehr hinnehmen. Sie wollen die Vertreibung der Armen zu Gunsten riesiger
Konsumtempel nicht mehr akzeptieren und sie lehnen sich gegen die Gewaltexzesse
der türkischen Polizei auf, die mit allen Mitteln versucht, die Ausweitung
der Proteste auf weitere Bevölkerungsteile zu verhindern.
Wie gesagt, Katar hat viele Milliarden ausgegeben und damit versucht
die Politik in den arabischen Ländern zu steuern, hat damit islamistischen
Gruppen quer über Nordafrika und den Nahen Osten unterstützt und Einfluss
gegeben. Aber die Entfernung von Mursi und damit auch der Muslimbrüder
von der Macht in Ägypten ist der Höhepunkt des Scheiterns dieser Politik
des "mit Geld kann man alles kaufen." Die Bevölkerung in
Ägypten ist offensichtlich nicht bestechlich, im Gegensatz zu den machthungrigen
Politikern. (Quelle: Alles Schall und Rauch)
14 Juli 2013 - 12:00
News ID: 440566
Eine Usermeinung aus dem Weblog Alles Schall und Rauch