17 April 2013 - 19:30
Türkei entsendet ersten Botschafter nach Palästina

Als erstes Land hat die Türkei einen Botschafter nach Palästina entsandt.

Als erstes Land hat die Türkei einen Botschafter nach Palästina entsandt.

Am Sonntag überreichte der politische Gesandte der Türkei, Şakir Özkan Torunlar, sein offizielles Empfehlungsschreiben dem Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas.

Damit reagiert Ankara auf die Aufwertung Palästinas zum "Beobachterstaat" durch die UN-Vollversammlung im November 2012.

Die Türkei erkannte bereits 1988 die Souveränität des palästinensischen Staates an und schickte 2005 erstmals einen offiziellen Gesandten nach Ramallah. Torunlar war vor dem UN-Beschluss seit 2010 Generalkonsul der Türkei in Jerusalem. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sind weiterhin angespannt. Nachdem im Mai 2010 neun Aktivisten der „Mavi Marmara“ bei dem Versuch, die Seeblockade Israels zu durchbrechen und Hilfsgüter nach Gaza zu transportieren, getötet worden waren, kam es zwischen beiden Ländern zu einer schweren politischen Krise. Ankara setzte daraufhin die zuvor enge militärische Zusammenarbeit aus und verwies den israelischen Botschafter des Landes.Der türkische Ministerpräsident Erdoğan sagte letzte Woche, dass sein Land keinen Botschafter nach Israel entsenden werde, solange die israelischen Streitkräfte die Blockade des Gazastreifens aufrechterhalten. Er plane, im Mai nach seinem Besuch in Washington den Gazastreifen besuchen zu wollen.