Die Verhandlungen seien zäher als erwartet gewesen, hieß es am
Freitagabend (Ortszeit) aus Diplomatenkreisen in New York. Aus Russland
und Pakistan habe es Vorbehalte gegeben. Wenn das Papier, das auch die
deutsche Handschrift trägt, am Samstag verabschiedet wird, wäre das die
erste UN-Resolution seit Ausbruch der Gewalt vor 13 Monaten.
Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig hat gemeinsam mit den anderen
einbringenden Botschaftern darauf gedrungen, angesichts der fragilen
Waffenruhe keine weitere Zeit verstreichen zu lassen und die Resolution
nun zur Abstimmung zu bringen. Darin wird die syrische Regierung
verpflichtet, für die Beobachter die Bewegungsfreiheit im Land zu
sichern und ihnen die Möglichkeit zu gewähren, nach eigener Wahl
syrische Bürger zu befragen..
Die Bewegungsfreiheit ist nach wie vor
die umstrittenste Frage und wird vor allem von Russen und Pakistanern
immer wieder aufgeworfen. Trotz ganztägiger Verhandlungen konnte dazu am
Freitag keine Einigkeit erzielt werden. Das Erkundungsteam bereitet den
Einsatz offizieller UN-Beobachter vor. Die bis zu 30 unbewaffneten
Experten sollen mit den syrischen Konfliktparteien Kontakt aufnehmen und
über die Umsetzung einer vollständigen Einstellung der bewaffneten
Gewalt berichten. Sie wurden schon vor Tagen ausgesucht und vorbereitet
und warten nur auf das grüne Licht vom Sicherheitsrat. Möglicherweise
können die Erkunder noch am Wochenende losfliegen.
Die offiziellen
Beobachter sollen folgen, wenn die seit Donnerstag bestehende Waffenruhe
weitgehend stabil ist und das Regime die schweren Waffen aus den
Wohngebieten abgezogen hat. Details will UN-Generalsekretär Ban Ki Moon
am Montag nennen. Am 19. April soll Ban zudem über die Einhaltung der
Waffenruhe berichten, wenn die Resolution denn so verabschiedet wird.
13 April 2012 - 19:30
News ID: 308569
Die Vereinten Nationen werden nun doch erst am Samstag über die Entsendung einer Erkundungsmission nach Syrien entscheiden.