Ein US-Militärgericht in Kalifornien entschied am Dienstag mehr als
sechs Jahre nach der Tötung von 24 unbewaffneten Irakern im November
2005 gegen eine Haftstrafe für den letzten von insgesamt acht
Angeklagten. Der für das Massaker verantwortliche Unteroffizier Frank
Wuterich wurde nach Angaben eines Armeesprechers wegen Verletzung der
Dienstpflicht zu 90 Tagen Haft verurteilt. Absitzen muß er aus
Verfahrensgründen aber nicht einmal diese Haft. Außerdem wird er zum
einfachen Gefreiten degradiert, jedoch ohne Gehaltseinbußen hinnehmen zu
müssen.
"24 unschuldige Menschen zu töten und nur mit drei Monaten
Haft bestraft zu werden« – allein das sei schon ein »Angriff auf die
Menschlichkeit«, zitiert die Nachrichtenagentur AFP den Anwalt Chalid
Salman, der die Angehörigen der Opfer vertritt.
Ein Sprecher des
irakischen Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki sagte, dass die Strafe
»nicht angemessen« sei. Er sagte: "Die Regierung wird mit allen
juristischen Mitteln für die Rechte unserer unschuldigen Bürger, die
Opfer dieser rücksichtslosen Schießerei wurden, kämpfen."
25 Januar 2012 - 20:30
News ID: 292851
Die Bewohner der irakischen Stadt Haditha haben mit Empörung und Fassungslosigkeit auf das Urteil eines US-Militärgerichtes im Falle des Massakers an 24 Zivilisten in dieser Stadt durch US-Soldaten reagiert.