5 Dezember 2011 - 20:30

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi, welcher zur Teilnahme an der Afghanistan-Konferenz nach Deutschland gereist war, verließ am Montagabend Bonn in Richtung Teheran.

  In seiner Rede auf dieser internationalen Konferenz wies Salehi auf die aktive Beteiligung Irans am Wiederaufbau Afghanistans hin und erklärte die Bereitschaft der IR Iran mit den befreundeten Ländern diesbezüglich zusammenzuarbeiten. Er bekräftigte zudem, dass Iran den Verbleib ausländischer Truppen in seinem Nachbarland nach 2014 ablehne und erklärte: "Einige westliche Länder versuchen, ihren Einfluss in Afghanistan auch nach dem Truppenabzug im Jahr 2014 beizubehalten. Dies steht aber im Widerspruch zu ihren Bemühungen um die Förderung der Sicherheit und Friedenssicherung in diesem Land." Im Rahmen der Afghanistan-Konferenz führte der iranische Außenminister mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie einigen seiner Amtskollegen, darunter Bundesaußenminister Westerwelle, Gespräche.Bei seinem Treffen mit Ban Ki Moon wies Salehi auf die Aufnahme von drei Millionen afghanischen Flüchtlingen in Iran sowie den Kampf der IR Iran gegen den Drogenschmuggel aus Afghanistan hin und forderte ein verstärktes Engagement der Weltgemeinschaft und der UNO zur Unterstützung dieses Kampfes. Bei getrennten Treffen des iranischen Außenministers mit den Außenministern Bulgariens, der Türkei, Tadschikistans, Schwedens und Deutschlands wurden die beidseitig interessierenden Themen sowie die aktuelle Lage in der Nahostregion und die Lage in Afghanistan untersucht. In Bonn berieten am Montag rund 1.000 Vertreter aus mehr als 100 Staaten und Organisationen über die weitere Unterstützung Afghanistans nach dem Abzug der ausländischen Truppen Ende 2014 sowie die Errungenschaften der afghanischen Regierung in den letzten 10 Jahren.Die internationale Gemeinschaft will Afghanistan auch nach dem 2014 geplanten Abzug der Kampftruppen langfristig unterstützen. Zum Abschluss der Afghanistan-Konferenz sagte der deutsche Bundesaußenminister an die Adresse der Afghanen gerichtet: "Wir werden euch nicht aufgeben, sondern an eurer Seite stehen."Der afghanische Präsident Hamid Karsai forderte in Bonn weitere Hilfen für die Zeit nach 2014. Trotz der Erfolge etwa bei der Gesundheitsversorgung und der Stellung der Frauen sei die "junge Demokratie" durch Armut und Unterentwicklung sowie die schwierige Sicherheitslage bedroht. "Wir brauchen ihre Unterstützung mindestens für ein weiteres Jahrzehnt."In dem von der Konferenz verabschiedeten Abschlussdokument bekennt sich die internationale Gemeinschaft dazu, Afghanistan während des "Transformations-Jahrzehnts 2015 bis 2024" weiter zu unterstützen. Details sollen im kommenden Juli auf einer Geberkonferenz in Tokio entschieden werden. Das Dokument formuliert auch Bedingungen an Afghanistan, das die Korruption stärker bekämpfen, den Aufbau einer funktionsfähigen Justiz beschleunigen sowie die innerafghanische Versöhnung voranbringen soll.