„Syrien fordert einen Dringlichkeitsgipfel, um einen Weg zur Regelung der Krise und zur Verhinderung deren negativer Folgen für die arabische Welt zu finden“, zitiert die Agentur eine vom staatlichen syrischen Fernsehen verbreitete Erklärung. Syriens ständiger Vertreter in der Arabischen Liga, Yussef Ahmed, hatte nach der Sitzung am Samstag, an der die Aussetzung der Teilnahme Syriens an der Arbeit der Liga beschlossen wurde, erklärt, sein Land kann den Beschluss der arabischen Minister nicht akzeptieren und bewertet diesen als gesetzwidrig.
Bei der Sitzung am Samstag hatte die Arabische Liga die Mitgliedsländer der Organisation aufgefordert, ihre Botschafter aus Damaskus abzuberufen, und Syrien mit wirtschaftlichen und politischen Sanktionen gedroht.
Vor zwei Wochen hatte das offizielle Damaskus den Plan der Arabischen Liga zur Regelung der Krise in Syrien angenommen, der unter anderem die Einstellung der Gewaltanwendung gegen die Zivilbevölkerung, den Abzug der Militärtechnik aus den Städten, die Öffnung der syrischen Städte für Journalisten und die Freilassung der festgenommenen Protestierenden vorsah. Dennoch setzten die syrischen Behörden laut Medienberichten schwere Waffen gegen die Demonstranten ein.
In Damaskus wurde der Beschluss der Arabischen Liga, Syriens Teilnahme an der Arbeit der Organisation auszusetzen, als einen Versuch des Westens bewertet, die Liga als „eine Waffe gegen Syrien nach dem Scheitern aller vorherigen Versuche einzusetzen“. „Syrien war aber schon immer ein Spitzenreiter der arabischen Einheit, es wird den Verschwörungen Widerstand leisten und der Welt eine Lektion dafür erteilen, wie das Land mit eigenen Händen reformiert werden kann“, heißt es in einer von der Nachrichtenagentur SANA veröffentlichten Erklärung.
Seit dem Samstag dauern in Syrien Massendemonstrationen an, deren Teilnehmer ihre Unterstützung für den Kurs von Präsident Baschar al-Assad sowie ihren Protest gegen den Beschluss der Arabischen Liga bekunden. Millionen von Menschen demonstrierten am Sonntag in syrischen Städten. Nach einer Großkundgebung im Stadtkern von Damaskus begaben sich ihre Teilnehmer zu den Botschaften der USA, der Türkei, Saudi-Arabiens und Katars. Die beiden letzteren Länder gelten als Initiatoren des harten Beschlusses der Arabischen Liga in Bezug auf Syrien. In Sprachchören riefen sie die traditionelle Losung der Sympathisanten des jetzigen Regimes: „Allah! Syrien! Baschar!