Anlass ist der Tod eines vierzehnjährigen Jungen am vergangenen Mittwoch. Polizisten hätten nach dem Morgengebet in der Stadt Sitra aus nächster Nähe eine Tränengaskartusche auf den 14-jährigen abgefeuert, teilte der bahrainische Jugendverband für Menschenrechte mit. Die Polizei bestreitet das.Beim Trauermarsch für den Jungen gingen Tausende Menschen auf die Straße. Sie forderten unter anderem die Abdankung des Königs. Später kam es noch in mehreren Orten zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei.Der arabische Frühling erreichte dieses Jahr für kurze Zeit auch das Könighaus in Bahrain. Der große Nachbar Saudi-Arabien schickte dann aber Soldaten, die die Unruhen niederschlugen. Dutzende Menschen wurden dabei getötet, mehr als tausend festgenommen.Auch Ärzte, die die Verletzte medizinisch behandelten, wurden in Gewahrsam genommen worden.Hinter einem häufig als religiös beschriebenen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten verbergen sich eher politische, soziale und wirtschaftliche Ursachen.Schiiten stellen etwa 70 Prozent der Staatsbürger, dennoch haben sie es schwer, eine Anstellung oder auch angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zu finden. Von staatlichen Jobs bei Ministerien, Polizei oder Armee sind sie weitgehend ausgeschlossen.
3 September 2011 - 19:30
News ID: 263563
In Bahrain nehmen Proteste und Demonstrationen gegen das Könighaus wieder zu.