17 Juli 2011 - 19:30

Die zwanzig jährige Menschenrechtsaktivistin Ayat Al Gormezi, welche kürzlich wieder aus ihrer Haft entlassen wurde, äußert sich zum ersten Mal nach ihrer Befreiung in einem Interview.

Wie die Ahlul Bayt News Agency ABNA berichtet, soll die zwanzig jährige Ayat Al Gormezi, welche verhaftet wurde, nachdem sie ein Gedicht gegen das Khalifa-Regime verlesen hatte, sich in einem Interview geäußert haben."Als ich an dem Platz stand, und meine Rede hielt, hatte ich nicht einmal das Vorhaben das Regime zu beleidigen, sondern die Leiden der Menschen anschaubar zu machen." So Ayat gegenüber der Webseite des libanesischen Kanals Al Manar. Es ging im Konflikt nach ihren Aussagen nicht um die Persönlichkeiten aus denen das Regime bestehe, es ginge um die Taktiken und Politik die das Regime angenommen hat."Wir leben in einer Krise des Vertrauens und der Ehre....vor allem die Verhafteten, wir wurden den schlimmsten Mißhandlungen ausgesetzt." So Ayat weiter.Neun Tage MißhandlungDie Poetin berichtete Al Manar gegenüber über das Level an Mißhandlungen und den brutalen Schlägen die sie in der Haft erlebte. Sie wollte darauf hinaus, dass sie seit sie ihren Fuß in das Fahrzeug des Regimes setzte, mißhandelt wurde. "Von dem Moment an, an dem ich meine Füße in das Fahrzeug setzte, begann man mich zu mißhandeln. Die Sicherheitsmänner begannen mich ins Gesicht zu schlagen. Als ich dann im Gefängnis ankam, kam eine Gruppe Männer die mich traten und mich schlugen. Sie brachten mich in ein kleines Zimmer, in dem es sehr schlecht roch. Es war voll mit Insekten und sie schlugen mich weiterhin und beschimpfen mich."Sie fuhr fort: "Ich verbrachte neun Tage in Gefangenschaft, obwohl man dort eigentlich nur zwei bis drei Tage bleibt. Es war einfach absurd, man erinnerte mich daran, dass der Staat meine Ausbildung zahle, und die Ausbildung meines Vaters auch vom Staat bezahlt worden war.""Nach diesem Gefängnis wurde ich dann in ein anderes Zentrum gebracht. Es war ein Gefängnis für Diejenigen die noch nicht verurteilt worden waren. Dort blieb ich in einem Zimmer für mehrere Tage. Sie hielten mich dort,wahrscheinlich weil sie die Flecken in meinem Gesicht fürchteten. Ich wurde im Zimmer eingesperrt, bis die Flecken verschwunden waren, dann durfte ich meine Eltern anrufen. Ich sprach nicht mit meinen Eltern, erst nach 16 Tagen der Haft." So Ayat weiter.Entschuldigungsbotschaft per Video und brutale SchlägeIn den letzten Tagen ihrer Haft, wurde Ayat Al Gormezi dazu gezwungen, gefesselt und mit einem Tuch über den Augen eine Videobotschaft aufzunehmen, die per Fernsehen ausgestrahlt wurde. In der Botschaft entschuldigte sie sich bei den Kabinettsmitgliedern und dem König. "Er diktierte mir was ich zu sagen hätte, und sagte ich müsse normal und relaxed erscheinen, das Video würde nur in einem Archiv gehalten werden, und nicht ausgestrahlt werden. Nachdem sie gesagt hatten was ich zu sagen hätte, und etwa 20 maskierte Männer um mich herum saßen, war ich eingeschüchtert und stimmte dem zu. Sobald die Aufnahme des Videos zu Ende war, begannen sie mich zu schlagen, sie schlugen mich mit Holz auf den Kopf, und sie sandeten mich erneut in die Zelle. Sie hatten Angst dass die Schläge bei mir Behinderungen ausgelöst haben könnten, daher holten sie einen Arzt." Sarkastisch fuhr sie dann fort: "Sie schlugen mich eh immer, und dannach holen sie dann einfach nen Arzt."Ich war beeindruckt und stolz auf die BahrainerNachdem Ayat aus ihrer Haft entlassen wurde, fragte man sie sich mit Mitgliedern der Menschenrechtsgruppierungen getroffen habe. Sie versicherte: "Ich habe mich mit niemandem getroffen, doch in den letzten Tagen hatte mich für etwa zehn Minuten ein Algerier der Schriftsteller war interviewt. Er sagte mir ich solle stark bleiben, und ein Poet müsse bei seinem Volk sein. Doch von der Art und Weise wie er redete, war es mir klar dass er mit dem Regime in Verbindung stand."Bevor er das Zimmer verließ, sagte er mir: Hoffentlich wirst du in der Zukunt eine großartige Poetin und schreibst für Bahrain Gedichte."Ayat wurde dann drei Monaten nach der Verhaftung freigelassen, nur weil sie ein Gedicht gegen das Regime verlesen hatte.Die Poetin war begeistert von der Willkommensheißung und den Feierlichkeiten der Bevölkerung für sie. "Ich war beeindruckt was die Reaktion der Bevölkerung anging. Ich war stolz auf die Bahrainer." So Ayat gegenüber Al Manar."Unser Ziel ist eine sichere demokratische Staatsordnung, die in Bahrain herrschen würde. Auf einer Art und Weise, auf die die Erwartungen und Hoffnungen der Bahrainer respektiert werden würde. Die Ausdrucksweise variiert, doch das Ziel ist eines." So Ayat.