23 März 2011 - 19:30

In einem Militärverfahren wegen der Ermordung afghanischer Zivilisten hat sich ein US-Soldat am Mittwoch schuldig bekannt.

Der Angeklagte Jeremy Morlock räumte vor dem Tribunal auf dem Stützpunkt Lewis-McChord im US-Bundesstaat Washington ein, an der Ermordung von drei Afghanen beteiligt gewesen zu sein. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hate am Montag Fotos der Angeklagten mit ihren Opfern veröffentlicht. Nach Morlocks Darstellung versteckte er sich in einem Mordfall zusammen mit einem der Mitangeklagten hinter einer Mauer, als ein Afghane auf sie zukam. Morlock entsicherte einen Sprengsatz auf eine Weise, die glauben machen sollte, das Opfer habe ihn selbst entsichert. Sein Komplize habe daraufhin wie in Notwehr auf den Afghanen geschossen. Morlock gab zu Verhandlungsbeginn den Versuch zu, die Ermordung zu vertuschen. Der Plan sei gewesen, die Getöteten als feindliche Kämpfer erscheinen zu lassen. Morlock ist der erste Soldat, der sich wegen des Vorfalls verantworten muss. Gegen vier weitere Soldaten werden Prozesse vorbereitet. Morlock stellte sich dabei als Zeuge zur Verfügung.