19 März 2011 - 20:30

Nach den schwersten Unruhen in Syrien seit Jahren hat die Regierung die Stadt Daraa abgeriegelt. Die Menschen könnten die Stadt im Süden des Landes verlassen, sagte der syrische Menschenrechtler Darwisch unter Berufung auf Bewohner Daraas. Es werde aber niemand mehr hineingelassen.

Bei einer Trauerfeier für getötete Demonstranten in Syrien kam es zu neuen Protesten. In Daraa folgten mindestens Zehntausend Menschen den Särgen mit zwei Männern, die am Freitag ums Leben gekommen waren. "Gott, Syrien, Freiheit" skandierte die Menge, sowie: "Wer sein eigenes Volk tötet, ist ein Verräter." Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Armee und Polizei hatten am Freitag mindestens fünf Menschen getötet. Weitere 44 Menschen waren nach Angaben von Aktivisten bei den Übergriffen verletzt worden. Die Sicherheitskräfte sollen mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vorgegangen seien. Die Einheiten seien äußerst brutal gewesen, erklärten Aktivisten. Sie waren für mehr demokratische Freiheiten und gegen Korruption auf die Straße gegangen. Ähnliche Kommentare finden sich in sozialen Netzwerken im Internet. Proteste auch in anderen Städten Das syrische Staatsfernsehen und die amtliche Nachrichtenagentur Saba nannten die Demonstranten "Eindringlinge". Diese hätten in der Stadt Daraa "Chaos und Tumulte" ausgelöst, Autos zerstört und Sachschäden angerichtet, bevor sie von den Sicherheitskräften vertrieben worden seien. Demonstriert wurde am Freitag auch in Damaskus, Homs, Banjas und anderen Städten. Regierung: Demonstranten untergraben das Image des Staates Nach Angaben von acht syrischen Menschenrechtsgruppen werden immer wieder Demonstranten angeklagt. Ihnen werde vorgeworfen, das Image des Staates mit ihren Aktionen untergraben zu haben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich besorgt über die Meldungen aus Syrien und nannte die Gewalt gegen friedliche Demonstranten unannehmbar.