18 März 2011 - 20:30

Aus Protest gegen die Freilassung eines des Mordes angeklagten CIA-Mitarbeiters haben am Freitag Zehntausende Pakistaner gegen ihre Regierung und gegen die USA demonstriert. In mehreren Städten gingen aufgebrachte Oppositionsanhänger auf die Straße.

Sie skandierten antiamerikanische Parolen und beschimpften Präsident Asif Ali Zardari als Marionette Washingtons. Die Botschaft und die Konsulate der USA blieben am Freitag geschlossen. Die Botschaft rief ihre Landsleute in Pakistan dazu auf, «Maßnahmen für ihre Sicherheit» zu treffen.Der US-CIA-Mann Raymond Davis hatte Ende Januar in der ostpakistanischen Stadt Lahore zwei Einheimische erschossen. Er behauptete, er sei von diesen zwei Männern verfolgt worden. Davis soll Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma sein und im Einsatz für den US-Geheimdienst CIA gestanden haben. Ein Gericht in Lahore hatte Davis am Mittwoch aus der Untersuchungshaft entlassen, nachdem die Angehörigen der Opfer ihm vergeben hatten. Nach offiziellen Angaben war ihnen zuvor sogenanntes Blutgeld zur Entschädigung versprochen worden. Davis reiste unmittelbar danach aus. Bereits am Donnerstag war es daraufhin zu Demonstrationen in Pakistan gekommen.Nach dem Freitagsgebet kam es in der Hauptstadt Islamabad zu Rangeleien zwischen der Polizei und Demonstranten, die in das abgeriegelte Diplomaten-Viertel eindringen wollten. Der Oppositionspolitiker Imran Khan, der sich selbst als Nationalist bezeichnet, sagte in Islamabad: «Wenn wir nicht gegen die Unterdrückung durch die USA kämpfen, dann werden wir wie Sklaven, wie Schafe leben.» Demonstranten in Lahore verbrannten US-Flaggen und bewarfen Polizisten mit Steinen.Der Sender DawnNews berichtete am Freitag, die Regierung habe Sicherheitskräfte im Land für mindestens eine Woche in hohe Alarmbereitschaft versetzt. Die Regierung befürchte «subversive Aktivitäten» und gewalttätige Ausschreitungen.