27 Januar 2011 - 20:30

Die Palästinensische Autonomiebehörde will den katarischen Nachrichtensender Al-Jazeera wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten über den Verrat von Mahmud Abbas am palästinensischen Volk verklagen.

  "Die veröffentlichten Dokumente schaden dem Ansehen der Autonomie und schwärzen die Position der palästinensischen Führung an", sagte der Justizminister der Palästinensischen Autonomiebehörde Khalil Qaraja am Donnerstag nach Angaben palästinensischer Medien. Aus anderen offiziellen Quellen verlautete, dass die palästinensischen Behörden Katar möglicherweise einen offiziellen Auslieferungsantrag für Al-Jazeera-Chef Waddah Khanfar stellen werden, der palästinensische Staatsbürgerschaft hat. Das Ziel sei zu klären, wer Dokumente aus dem Büro der Palästinensischen Befreiungsorganisation geschmuggelt hat und wie sie von dort heraus kamen.
Seit dem vergangenen Sonntag veröffentlicht der katarische Sender geheime Papiere, die palästinensisch-israelische Verhandlungen betreffen. Nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA geht es dabei um etwa 1600 Seiten geheimer Dokumente von Nahost-Verhandlungen. Daraus geht hervor, dass die Palästinensische Autonomiebehörde in den vergangenen Jahren zu mehr und weitgehenderen Konzessionen gegenüber Israel bereit gewesen sein soll als bislang bekannt war. Dies hat bei den Palästinensern großen Unmut gegenüber der Führung in Ramallah ausgelöst.