"Die veröffentlichten Dokumente schaden dem Ansehen der Autonomie und
schwärzen die Position der palästinensischen Führung an", sagte der
Justizminister der Palästinensischen Autonomiebehörde Khalil Qaraja am
Donnerstag nach Angaben palästinensischer Medien. Aus anderen
offiziellen Quellen verlautete, dass die palästinensischen Behörden
Katar möglicherweise einen offiziellen Auslieferungsantrag für
Al-Jazeera-Chef Waddah Khanfar stellen werden, der palästinensische
Staatsbürgerschaft hat. Das Ziel sei zu klären, wer Dokumente aus dem
Büro der Palästinensischen Befreiungsorganisation geschmuggelt hat und
wie sie von dort heraus kamen.
Seit
dem vergangenen Sonntag veröffentlicht der katarische Sender geheime
Papiere, die palästinensisch-israelische Verhandlungen betreffen. Nach
Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA geht es dabei um
etwa 1600 Seiten geheimer Dokumente von Nahost-Verhandlungen. Daraus
geht hervor, dass die Palästinensische Autonomiebehörde in den
vergangenen Jahren zu mehr und weitgehenderen Konzessionen gegenüber
Israel bereit gewesen sein soll als bislang bekannt war. Dies hat bei
den Palästinensern großen Unmut gegenüber der Führung in Ramallah
ausgelöst.
Palästina
Palästinensische Autonomiebehörde will Al-Jazeera wegen Veröffentlichung von Geheimdokumenten verklagen
27 Januar 2011 - 20:30
News ID: 223020
Die Palästinensische Autonomiebehörde will den katarischen Nachrichtensender Al-Jazeera wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten über den Verrat von Mahmud Abbas am palästinensischen Volk verklagen.