21 Januar 2011 - 20:30

Mit dem Seitenwechsel des Chefs der "Sozialistischen Fortschrittspartei Libanons", Walid Dschumblat, ist eine neue Situation für die Regierungsbildung im Libanon entstanden. Dschumblat verkündete gestern (Freitag), dass seine Partei nun die "8. März-Gruppe", also die Hisbollah und ihre Verbündeten und nicht mehr die Gruppe des 14. März unterstütze.

Die Partei des Drusenführers verfügt über 11 Parlamentssitze, die zusammen mit den 57 Sitzen der Hisbollah und ihrer Verbündeten ausreichen, um Anspruch auf die Aufstellung des künftigen Regierungschefs zu erheben.
Die libanesische Regierung von Ministerpräsident Saad Hariri ist nach dem Rücktritt von 11 Ministern aus seinem Kabinett am 13. Januar zerbrochen. Dschumblat begründete am Freitag seinen Schritt mit der Einmischung der westlichen Botschafter in die inneren Angelegenheiten des Libanon und warf ihnen vor, die nationale Einheit des Landes zu ignorieren.
Auslöser der gegenwärtigen politischen Krise war der angekündigte Bericht des UN-Tribunals, das sich mit der Ermordung des libanesischen Ex-Ministerpräsidenten, Rafiq Hariri, befasst.
Der Drusenführer bezichtigte das UN-Tribunal bei seiner Untersuchung politische Motivationen.