"Wir haben hier nicht nur kriegsähnliche
Zustände, sondern Sie sind in Kämpfe verwickelt, wie man sie im Krieg
hat", sagte Merkel am Samstag vor mehreren hundert Soldaten im
Feldlager der Bundeswehr.
"Das ist für uns eine völlig neue
Erfahrung. Wir haben das sonst von unseren Eltern gehört im Zweiten
Weltkrieg." Das sei aber eine andere Situation gewesen, weil
Deutschland damals Angreifer war.
Der Blitzbesuch Merkels wird vom
Tod eines deutschen Soldaten überschattet, der kurz vor dem Eintreffen
der Bundeskanzlerin am Freitag in der nordafghanischen Provinz Baghlan
starb. Vor ihrer Ansprache erhoben sich die Kanzlerin und die Soldaten,
um in einer Schweigeminute des Toten zu gedenken. Der 21-Jährige
Hauptgefreite starb nach Merkels Worten bei einem "tragischen Unfall".
"Der
Grund, warum ich auch hier bin, ist, Ihnen Dankeschön zu sagen",
betonte Merkel vor den Soldaten. "Wir wissen, dass das eine extrem
gefährliche Sache ist und sich viele noch lange nach dem Einsatz damit
rumplagen, was sie hier erlebt haben." Das militärische Engagement am
Hindukusch diene auch der Sicherheit Deutschlands. "Ohne Sie könnten
wir nicht so sicher leben, und das müssen wir den Menschen auch sagen".
Zur ablehnenden Haltung vieler Deutscher zum Einsatz sagte die
Kanzlerin: "Die Bevölkerung sieht diesen Einsatz zum Teil skeptisch,
und trotzdem ist sie stolz auf Sie."
17 Dezember 2010 - 20:30
News ID: 217396
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem überraschenden Truppenbesuch in Kundus von "Krieg" in Afghanistan gesprochen.